Familienurlaub unter Klimaanlagen in Bangkok

Entweder man liebt Bangkok oder man hasst Bangkok. Ein Dazwischen kann es bei dieser Stadt eigentlich nicht geben. Schon als wir nach 10 Stunden Flug wieder festen Boden betraten, liefen wir in der Gateway gegen eine „Wand“. Selbst der Eintritt in eine Sauna schien erfrischender, als der erste Kontakt mit dem Klima in Bangkok. Ich hatte für unsere Reise in Thailand 5 Tage in Bangkok fest eingeplant, mir kamen erste Zweifel an diesem Vorhaben. Am „Immigration-Counter“ versuchte ich die Stimmung der Mitreisenden zu lockern, was nicht einfach war nach 10 Stunden Flug, zwei Stunden Schlaf, in einer mäanderten Warteschlange und nicht wissend was uns da draußen erwartet.

Nachdem wir erfolgreich mit Visa einreisten mussten wir unseren Taxiservice zum Hotel finden. In der Ankunftshalle warteten gefühlt tausend Menschen mit Schildern auf denen Namen in arabischer, lateinischer, thailändischer Schrift und chinesischen Schriftzeichen standen. Irgendwo musste eine Aufschrift mit meinem Namen existieren. Ich hatte einen Plan vom Hotel, an welcher Stelle in der Ankunftshalle unser Chauffeur warten würde und genau an diesem Punkt stand eine Frau mit einem Schild, das meinen Namen trug. Eines sollte ich in diesen drei Wochen Thailand lernen: Egal wo du bist es holt dich immer jemand ab und jeder ist zu dem vereinbarten Zeitpunkt an dem vereinbarten Ort. Wahrscheinlich ist dies die Lebensader dieses Landes. Als langjähriger Deutscher Bahn-Kunde, treibt es einen in nachhinein noch die Tränen in die Augen bei diesen Gedanken. Wir warteten ca. 5 Minuten außerhalb der gekühlten Ankunftshalle, wir verloren jeder jeweils drei Liter Schweiß und schon stand vor uns ein SUV mit Klimaanlage, der uns direkt zu unserem Hotel brachte. Die ca. 45 Minuten Fahrt war alleine schon die Reise wert. Wir fuhren in eine Stadt, die mit westlichen Maßstäben nicht mal ansatzweise zu vergleichen ist. Das Abenteuer Thailand begann.

Eine Fischerhütte am Chao Phraya ist unser Zuhause

Und wenn ich zuhause sage, meine ich das auch so. In einem Beitrag habe ich meine Eindrücke vom Loy La Long Hotel gesondert beschrieben. Den ersten Tag wollten wir langsam beginnen und wir wollten unsere erste thailändische Mahlzeit am Abend in unserem Hotel genießen. Ich muss gestehen, wir hatten in Bangkok nicht immer Glück mit unserem Essen, aber das Masaman -Curry im Loy La Long Hotel sollte das Beste sein, was wir in ganz Thailand und vielleicht auf der Ganzen Welt gegessen haben.

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Bangkok Tag 1-Wat Pho und zufällig Shopping

Am ersten Tag wollten wir den touristischen Höhepunkt jedes Bangkok-Besuch bestaunen: den Königspalast. Wir fragten im Hotel nach dem günstigsten Verkehrsmittel und man empfahl uns ein Taxi zu nehmen. Nun haben wir schon viel gehört und gelesen über die Taxifahrer in Bangkok. Wir waren „Taxifahranfänger“ und fragten nach Alternativen. 10 Minuten zu Fuß lag das Pier Rachawong, von dort konnte man für 14 THB pro Person (ca. 30 Cent) mit dem normalen Linienboot oder für 40 THB (ca. 1 Euro) mit dem Express-Boot, was genau so schnell ist nur ohne Mönche, in ca. 15 Minuten zum Königspalast fahren, ganz ohne Stau. Wir machten uns dorthin auf den Weg. Nachdem wir unser Tempelgelände verlassen hatten bemerkten wir erst in welchen Stadtteil wir wohnten: in Chinatown. Nach ca. 30 Sekunden erklärte uns der erste Tuk Tuk Fahrer, am Pier Ratchawong kostet die Fahrt mit dem Boot 10000 THB und wir sollen mit ihm zum anderen Pier fahren. Ich versuchte ihm zu erklären, dass wir dieses Pier unbedingt besuchen wollten und ich versuchte die Situation im gegenseitigen Verständnis zu klären.

Ich musste noch viel lernen. Nach ca. 100m äußerte meine Familie ersten Unmut, über die Temperaturen, die Gerüche, das unwegsame und laute Gelände, usw. Fasziniert von diesem Moloch ging ich bis zum Pier unbeirrt meinen Weg und ignorierte die Familie. Am Pier selbst bekam ich wieder Angebote von herumstehenden Passanten mit der Möglichkeit besonders günstige Tickets zu erwerben. Ich lächelte, wie es im Reiseführer stand, und ging weiter. Eine Taktik die ich noch sehr häufig erfolgreich anwendete. Ich kaufte an der offiziellen Ticketverkaufstelle am Pier vier Tickets und innerhalb 2 Minuten kam auch schon unser Schiff.

Wat Pho

Da ich nicht genau wusste, welches Pier am günstigsten zum Königspalast lag, stiegen wir bereits am Tha Tien Pier aus und folgten den anderen Touristen. Nach wenigen Metern erreichten wir eine große Tempel-Anlage, die ich als den Wat Pho ausmachte. Auch gut, dort lag der „Recycling Buddha“, wollten wir auch sehen. 100 THB (ca. 2,50 €) war ein erschwinglicher Eintrittspreis, also betraten wir den Tempel in angemessener Kleidung. Der Wat Pho ist ein Tempel erster Klasse, was bedeutet:

  • ist vom König renoviert,
  • oder vom König neu erbaut,
  • er besitzt oft eine Chedi mit einer buddhistischen Reliquie
  • es ist ein alter Tempel, etwa 50 – 100 Jahre alt

Die Hauptattraktion im Wat Pho ist der Viharn des „Liegenden Buddha“. Eine 46 Meter lange und 15 Meter hohe Buddha-Statue deren Anblick einem die eine oder andere unnütze Reinkarnation ersparen lässt. Beeindruckend war auch mit welcher Andacht und Hingabe die einheimischen Besucher vor den Altären ihre Gebete rezitierten. Was mich dann aber wirklich faszinierte, war eine Schulklasse mit ca. 100 8-10 jährigen Kindern, angeführt von einem buddhistischen Mönch der soviel Freude ausstrahlte, so dass es jede fränkische Metzgerei in ein Blumenmeer verwandeln würde, wenn dieser Mönch sie betreten würde. Diszipliniert folgten die Kinder dem Mönch durch die Anlage, winkten den Besuchern zu und gingen auf direkten Weg zur Statue des Phra Phuttha Thewapatimakon. Dort knieten sie sich nieder und rezitierten Mantras.

Natürlich ist es das „Erste mal“ meistens am schönsten und unvergesslich. Dies gilt auch für Tempelbesuche, vor dem liegenden Buddha stehend war es energetisch geil, es sollte mich aber noch ein stärkerer Energieorkan in Bangkok durchströmen, der sogar die Suleyman-Moschee in Istanbul übertraf.

Auf dem Gelände des Wat Pho befindet sich auch die bekannteste traditionelle Thai Massage Schule in Thailand. Auch wenn der Gedanke an eine Massage durchaus angenehm schien, war nach ca. 1 Stunde an der „frischen“ Luft der Gedanke an einen Aufenthalt in einem kilmaanlagengekühlten Raum mit kühlen Getränk erstrebenswerter. Wir eilten nach Verlassen des Tempelgeländes in ein kleines modernes Cafe gegenüber dem Ausgang des Wat Pho. Wir bestellten uns einen Eiscafe und befanden uns plötzlich in einem Gespräch mit einem „Einheimischen“.

Unverhoffte Shopping-Tour

Thailänder sind normalerweise schüchterne Menschen, wenn sie dich spontan ansprechen ist meistens was faul. Zuerst dachten wir, oh ein sehr freundlicher sehr hilfsbereiter Thai, der uns unerfahrene Tahilandreisenden helfen möchte die besten Locations in Bangkok zu besuchen. Zudem trug er ein „Amazing Thailand“ T-Shirt, so dass ich spontan uneingeschränktes Vertrauen zu dem freundlichen und perfekt englisch sprechenden Thai entwickelte. Wir erzählten stolz von unseren Reiseplänen, allerdings auch, dass wir zum ersten Mal in Thailand seien. Auch das steht im Reiseführer: Nie erwähnen, dass man das erste mal in Thailand sei. Zu Spät. Wir äußerten noch unsere Bedenken gegenüber einer Tuk Tuk Fahrt, vor allem weil wir nicht glaubten zu viert in einem solchen Gefährt fahren zu können (doch es geht) und schon besorgte er uns einen Tuk Tuk Fahrer älteren Semesters, der uns in gemäßigten Tempo zu einer Shopping Mall bringen sollte, zumindest hatte ich es so verstanden.

Noch beeindruckt von dem freundlichen Thai und dem günstigen Preis 120 THB (3 €) für die Fahrt, setzten, bzw. quetschten wir uns in das Tuk Tuk und schon erlebten wird das Abenteuer „im Tuk Tuk durch Bangkok“. Manchmal stockte uns der Atem, aber wie wir war nach mehreren Tuk Tuk Fahrten im nachhinein feststellten, war dieser ältere Fahrer noch einer der gemäßigten Piloten. Trotzdem, wir mussten erst mal lernen von deutschen Sicherheitsstandards los zu lassen. Die Richtung schien korrekt, er strebte offenbar, die mir aus den Reiseführern bekannte Shopping Mall, das Siam Center gegenüber des MBK, an. Kurz vor unserem Ziel bog er jedoch links ab und lies uns neben einem Gebäude mit kleinen Geschäften heraus. Wir bezahlten und seltsamerweise erwartete man uns schon in einem der kleinen Geschäfte. Gut: Das war der Zeitpunkte doch das Weite zu suchen. Ich erklärte wir kommen gleich wieder und gab den Befehl zielstrebig diesen Ort in Richtung Siam Center (vielen Dank Google Maps) zu verlassen. Der Tuk Tuk Fahrer versuchte uns noch zu überreden, wir lächelten in K.O.

Nach 15 Minuten erreichten wir die Shopping Mall, die wir an diesen Tag gar nicht eingeplant hatten, es sollte sich als Glücksgriff erweisen. Shopping in Bangkok ist für Teenager, Twens und Frauen ein Traum. Auch für mich, den es war wunderbar kühl in dem riesigen Center und überall gab es Fresstempel. Hier verbrachten wir gerne die nächsten Stunden, obwohl jedem von uns bewusst war, dass wir nichts kaufen konnten, da unsere Rucksäcke nicht viel Platz boten und wir noch zwei Wochen durch Thailand reisen mussten. Wir hatten den letzten Tag in Thailand in Bangkok geplant, somit stand von da an fest, wo wir diesen verbringen werden und so kam es dann letztendlich ja auch. Wer in Bangkok shoppen möchte, das Siam Center und das MBK sind mit Sicherheit eine der Top-Location. Wir speisten im MBK in einem Dim Sum Restaurant, was nicht so berauschend war. Glücklicherweise dachte die Kellnerin mit und konnte meine Frau noch abhalten knusprige Hühnerfüße zu bestellen. Tja, wenn man in Thailand Hühnerfüße schreibt, meint man auch Füße und eben nicht Schenkel.

Sichtlich erschlagen verließen wir geschafft aber gut gelaunt das MBK und wollten eigentlich nur noch zurück zu unserem Hotel. Kaum standen wir auf der Straße versuchten mindestens 10 Taxi und Tuk Tuk Lenker uns zu einer Fahrt zu überreden. Aber wir nicht blöd, hatten schon gelernt niemals mit aufdringlichen Fahrern zu kooperieren. Wir gestikulierten ein Taxi aus dem fließenden Verkehr zu uns, ich reichte ihm die Adresse von unserem Hotel, er verlangte 400 THB (10€), ein plötzlicher Preisanstieg von ca. 300%. Nee, nicht mit uns! Also wir zum nächsten Tuk Tuk, dort amüsierten sich zwei Fahrer über den Namen unseres Hotels, bis einer bereit war für 250 THB (ca. 7€) uns zu fahren. Dies war nur ein Preisanstieg von ca. 100%, dies klang akzeptabel. Der junge Taxifahrer fuhr den für sein Alter angemessenen wilden Fahrstil. Wie überlebten und kamen leicht verängstigt bei unserem Hotel an, wo wir mit Blick auf den Chao Phraya glücklich aber müde unser Masaman Curry am Ende dieses erlebnisreichen Tages genossen.

Bangkok Tag 2-Chinatown mit Nam

Über die Internetplattform showaround.com buchte ich eine Führung durch Bangkok mit Nam, eine junge Studentin, die in Bangkok aufgewachsen ist und derzeit in Europa Biologie studiert. Mein Wunsch war es Streetfood und etwas von der Kultur Thailands mir von einem „Local“ etwas näher bringen zu lassen. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit und haben Interessantes erfahren, was wir sonst nie erlebt hätten.

13.00 Uhr holte Nam uns vom Hotel ab. Sie bestätigte gleich unseren ersten Eindruck, in der sowieso schon sehr umtriebigen Stadt Bangkok waren wir in dem wohl aufregendsten und lebendigsten Stadtteil gelandet, in Chinatown. Unser erstes Ziel war der „Wat Traimit“. in diesem Tempel befindet sich wohl die an Materialwert wertvollste Buddhastatue der Welt. Sie wurde vor über 700 Jahren aus rund 83 Prozent Gold gegossen. Ihr Materialwert wird auf rund 30 Millionen Dollar geschätzt. Am China Gate vorbei erreichten wir nach ca. 10 Minuten den Tempel. In dem Tempel gab es zu dieser Zeit eine Ausstellung zur Entstehung von Chinatown und zur Herstellung des „Goldenen Buddha“. Nam klärte uns auch über das thailändische Schulssystem auf und über die familiären Traditionen. Offensichtlich empfinden junge Menschen in Thailand Tradition und Disziplin eher als „Fesseln“ und erleben die freiheitliche und liberale Kultur des Westens eher als befreiend. Interessant, dass überall auf der Welt der Kampf zwischen Liberalismus und Konservatismus in unterschiedlichen Facetten ausgetragen wird. In dem Tempel schüttelte ich ein Wahrsagerstäbchen aus einem Becher. Es fiel die 23, was bedeutete (und das ist jetzt kein Witz): Ich werde eine große Reise mit meiner Familie machen, mit schönen Eindrücken und wir werden alle wieder gesund zurückkehren. Nur ich hatte Magen-Darm und alle unsere Unfälle mit den Motorrädern verliefen glimpflich. Das Stäbchen hatte recht. Nam erklärte uns, dass wir am Eingang eines Hauses niemals auf das Brett im Türrahmen steigen dürfen, bringt Unglück. Nach dem Museumsbesuch traten wir im obersten Stockwerk in den Raum mit dem goldenen Buddha ein. Fasziniert von dem Prunk und den vielen Spendenkästen, stiegen wir, inzwischen schweißgebadet, wieder zum Tempelgelände hinab. Nächster wertvoller Tip von Nam, musst du in Bangkok auf die Toilette, du findest in jedem Tempel immer saubere Toiletten zur kostenlosen Nutzung. Damit weiß ich jetzt schon, wo ich meinen Lebensabend verbringen werde.

Als wir das Tempelgelände verließen offenbarte sich uns eine weiterer Einblick in die thailändische Gesellschaft. Einmal im Jahr werden vor einem Tempel in Chinatown Möbel, bzw. nützliche Gegenstände an hilfsbedürftige Bürger verteilt. Wir sahen Menschenmassen wartend vor diesem Tempel in Chinatown. Wie waren mitten im Moloch angelangt und uns eröffnete sich eine Welt, wie man sie nur aus Filmen kennt. Es fehlen die Worte, um die Eindrücke in Sprache lebendig werden zu lassen, man muss es erleben. Es erscheint eine Mischung aus Elend und Gelassenheit. So schwankt man auch emotional immer zwischen Mitleid und Neid. Neid deswegen, weil egal ob ein Thai reich oder arm erscheint, er wirkt zufrieden und stressfrei. Ob es nur Fassade ist oder authentisch, man weiß es nicht, die Wahrheit liegt wahrscheinlich wieder irgendwo dazwischen.

Streetfood

Nach dem „Genuss“ all dieser uns völlig unbekannten Gerüchen, wollten wir nun auch Streetfood probieren. Ich liebe Nudelsuppen, also führte uns Nam in eine der besten Nudelsuppenküchen in Chinatown, in das Nai-Ek Roll. Nachdem ich 2015 in Chinatown in New York bereits eine Nudelsuppe aß, die ich ohne bleibende Schäden überlebte aber bis heute nicht weiß, was in dieser Suppe um die Nudeln herum schwamm, genoss ich es, dank Nam, etwas zu bestellen, wo ich auch wirklich wusste was drin ist. Und so bestellte ich ohne Innereien. Man reichte uns ein Chrysanthemen-Getränk und Nudelsuppe mit frischer Schweinekruste. Ich fand es genial, meine Familie hielt sich zurück. Es war auf alle Fälle ein Erlebnis.

Streetmarket

Nach wenigen Metern führte uns Nam in eine Seitenstraße der Yaowarat Road, in die Itsara Nuphap. Von der China Gate kommend rechter Hand befindet sich ein Markt für Lebensmittel und links für allerlei Souvenirs und Krims Krams zum Einkaufspreis. Der Begriff Lebensmittel trifft es hier besonders gut, den man hatte das Gefühl, das Gemüse und Fleisch lebt, anders ist das mit der Kühlkette nicht zu erklären. Fische, Hühner und sicher noch anderes Getier hing dort bei gefühlten 50 Grad Celsius an zahlreichen Ständen und man versteht den ganzen Hype um Kühlketten in unseren Breitengraden definitiv nicht oder es gibt ab einer bestimmten Außentemperatur einen Umkehreffekt bei der Besiedelung von Mikroben auf frischen Lebensmittel. Fasziniert von dem Angebot schlenderten wir schweißgebadet (sorry, das ich das immer erwähne, aber es war ein Dauerzustand), durch die enge Gasse. In einem Hof entdeckten wir den Leng Buai Ia Schrein, der älteste chinesische Schrein in Thailand. Nach dem Besuch des Marktes führte uns Nam zu dem uns bereits bekannten Ratchawong Pier. Wir fuhren mit dem Schiff zum Wang Lang Pier, Nam wollte uns dort noch einen weiteren Markt mit Streetfood zeigen. Leider wurde dort gerade umgebaut und der Markt war geschlossen. An diesem Pier befand sich auch das Hospital, wo Nam studierte. So langsam endete auch unsere Zeit mit Nam, wir fuhren mit der Fähre wieder zurück auf die andere Seite des Chao Phraya zum Tha Phrachan Cross River Ferry Pier, wo sich die Thammasat Universität befindet, eine der berühmtesten Universitäten in Thailand. Nam gab uns noch einige Tipps für Bangkok und dann bedankten wir uns bei Nam für den schönen und faszinierenden Nachmittag. Geschafft von den ganzen Einrücken liefen wir zum Maharaj Pier, da dort das Express Boat uns zu unserem Heimatpier brachte. Vorher genossen wir aber noch die wunderbare Klimaanlage im Starbucks an diesem luxuriösen Pier.

So gegen Abend kehrten wir zu unserem Hotel zurück, schweißgebadet. Den Abend verbrachten wir dann wieder in der romantischen Hotel-Lobby und genossen die leckeren Speisen. Noch ging es mir gut.

Bangkok Tag 3-Blumenmarkt und Relaxing vor dem Beben

Ein Jetlag ist nicht ohne, würde man um 07:00 Uhr in der Früh in Thailand aufstehen, entspräche da 02:00 Uhr in der Nacht MEZ. 07:00 Uhr weckt mich meine Frau, der Blumenmarkt soll zu dieser Zeit besonders schön sein. Es ging mir schon generell nicht so gut, mein Magen entwickelte nicht den für mich üblichen Appetit und irgendwie war alles flau. Meine Frau drohte alleine zu gehen, so sammelte ich alle meine Kräfte und stand mit ihr auf um zu unsrem Pier zu laufen. Es ging mir wirklich nicht gut und die Gerüche in der Stadt waren am Morgen nicht anders, wie den restlichen Tag. Vor allem konnte ich feststellen, der Thai isst am Morgen kein Müsli mit Yoghurt und Chia-Samen, sondern er isst Pad Thai, Gegrillte Hühnchen und alles was es sonst auch am Tag oder Abend zu kaufen gibt. Am Pier angekommen war ich nicht mehr schweißgebadet sonder ich war Schweiß. Ich hatte kaum noch Kraft aber meiner Frau zuliebe versuchte ich die restliche Lebensenergie in meinem Körper zu halten. Ich schleppte mich in die Fähre, wir mussten nur eine Station fahren, und nach 5 Minuten erreichten wir den Blumenmarkt oder vielmehr das Pier, wo der Blumenmarkt sich befinden sollte. Nach wenigen Metern standen wir mitten in einen Markt, es gab vereinzelt Blumen aber sonst das übliche Gemüseallerlei. Wir suchten auf der Straße nach Hinweisen, bis uns ein freundlicher Thai den weg wies. Wir standen wirklich fast daneben nur wir waren zu spät. Vereinzelte Stände konnten wir noch fotografieren, doch viele waren bereits abgebaut. Trotzdem hat es sich gelohnt am frühen Morgen dort hinzufahren, denn man sah viele Mönche die von den Bewohnern mit Lebensmitteln versorgt wurden und bekam einen Einblick, wie man in Bangkok den Tag beginnt.

Wir fuhren mit der Fähre wieder zurück zu unserem Hotel, ich aß mein letztes festes Frühstück und schlief. Nachdem ich aufwachte stellten wir fest, wir brauchen Entspannung: Thai Massage, Wellness irgendwas mit wenig Anstrengung und kühler Atmosphäre. Ich recherchierte im Internet und fand ein Theta-Floating Center,das von allen Besuchern empfohlen wurde. Ich würde es so beschreiben: Man legt sich in eine Schüssel mit warmen salzigen Wasser, schließt den Deckel, macht das Licht aus und schwebt. Mein Sohn und ich schwebten eine Stunde in dieser Schüssel. Es war GEIL!

Interessant war auch wieder die Taxifahrt. Vom Hotel geordert fuhren wir mit Taxometer und zahlten 100THB (ca. 2,50€). Zurück mussten wir wieder ein Taxi aus dem Verkehr ziehen, der Preis ohne Taxometer 200 THB (ca. 5€) ein Preisunterschied von 100%. Aber, das muss man dem geschäftstüchtigen Taxifahrer neidlos anerkennen, er lies auf seinem kleinen Bildschirm in der Mittelkonsole einen Film des letzten Coldplay Konzertes laufen, für Unterhaltung war gesorgt und die Fahrt in der Rush Hour jeden Baht wert.

Nachdem wir den ganzen Tag, außer am Morgen, die Stadt meiden wollten, so wollten wir zumindest den Abend für einen Ausflug nutzen. Nam empfahl uns das Asiatique zu besuchen.

Ein Tuk Tuk Fahrer konnte uns sofort als Kunde gewinnen, der Preis schien akzeptabel, so quetschten wir uns wieder zu viert in das kleine Gefährt. Wir fuhren, bzw. standen ca. 30 Minuten. Es war schon dunkel und um uns herum Massen von Autos, Tuk Tuks und Motorräder. Ich weiß nicht, wie sich eine Kohlenmonoxidvergiftung anfühlt, war es mein Magen, war es die Temperatur oder der niedrige Sauerstoffgehalt in der Luft? Doch es war faszinierend, wie in diesem Chaos ständig Motorräder, teilweise mit Großfamilien auf dem Zweirad sitzend, sich durch den Großstadtdschungel schlängelten. Nirgendwo gab es Stress, keiner der sich aufregt oder grimmig schaut, trotz chaotischer Zustände, es sind alle entspannt und wir benebelt.

Wer Wertheim oder Ingolstadt Village kennt, so ungefähr wirkt das Einkaufsparadies „Asiatique Riverfront“ nur mit Riesenrad, Cabaraet und Muay Thai Kampfshow. Es war ein kleines Disneyland mit einem sehr schönen Markt auf dem sehr hochwertige Produkte angeboten wurden. Ich musste einzelne Familienmitglieder immer wieder daran erinnern, dass in unseren Rucksäcken nur begrenzt Stauraum war und wir noch zwei Wochen reisen mussten. So beschränkten wir uns auf einen kleinen Handfächer mit Vanilleduft und suchten ein Restaurant. Das Angebot war wieder mal riesig. Die Kinder hatten aber Lust auf ein für die Breitengrade eher untypisches Gericht, auf Pizza. So kehrten wir in das Fire & Dine ein, wo ein breites Speiseangebot bei Livemusik genossen werden konnte. Die Pizza war gut und die Musik laut. Ich verspeiste eine thailändische Pilzsuppe und merkte, der Appetit wollte nicht so richtig aufkommen. Wir schlenderten danach noch durch das Asiatique auf der Suche nach einem Dessert. Meine Frau wollte unbedingt, die an jeder Ecke angebotene Durian-Frucht probieren. So kam uns ein Durian-Frucht Eisstand sehr gelegen. Als Speiseeis müsste die für uns Europäer im Geschmack ungewohnte Frucht doch genießbar sein, vor allem stand eine beachtliche „Schlange“ an dem Stand an. Noch freudig nahm meine Frau das gelblich schimmernde Eis entgegen und probierte. Sehr schnell bot sie es mir auch zu probieren an. Ich benetzte nur die Zungenspitze mit der gelben Duriancreme, es gab mir den Rest. Mein Magen-Darm-Trakt ist endgültig aus der Homöostase geraten und der Krankheitsprozess wurde eingeleitet. Wahrscheinlich war es klug nicht mehr mit dem Riesenrad zu fahren. Der Preis war europäisch, wir wurden langsam geizig, und so verzichteten wir auf die Fahrt. Wir fotografierten uns noch vor der beeindruckenden nächtlichen Skyline von Bangkok und fuhren mit der kostenlosen Fähre zur nächsten Skytrain-Station, wo unser ein netter Taxi-Fahrer zu unserem Hotel zurück chauffierte. Wir legten uns schlafen, ich stand nach kurzer Zeit wieder auf. Die Nacht und das Elend nahm ihren Lauf.

Bangkok Tag 4 – Überlebt

Bis zum Abend war der Tag für mich gelaufen. Meine Familie war auf dem berühmten Chatuchak Market. Danach haben sie sich in der berühmtesten Thai-Massage-Schule (siehe oben) massieren lassen. Es muss sehr schön gewesen sein. Sie hatten richtig Spass und alle waren ganz glücklich, dass sie mal ohne den „Alten“ sich frei durch Bangkok bewegen durften. Naja, vielleicht das nächste mal gehe ich auf den Markt. Ein Tag Pause tut auch mal gut.

An unserem letzten Abend in Bangkok wollten wir aber nochmal original thailändisch Essen gehen und ließen uns im Hotel einen Tipp geben. Ich konnte die letzten zwei Stunden wieder Flüssigkeit in mir halten und so wagte ich es zumindest als Begleitperson ein richtiges thailändisches Restaurant mit meiner Familie zu besuchen. Wir fuhren mit dem Taxi zum Methavalai Sorndaeng. Hätten wir in dem Restaurant Angehörige der königlichen Familie getroffen, es hätte mich nicht gewundert. Es begrüßten uns Kellner in Matrosenanzügen und Kellnerinnen in Abendkleidern und ein Mann am Piano. Allein die Straße, prunkvoll geschmückt, den es war die Straße zum Königspalast, den wir am nächsten Tag noch besuchen wollten. Ich war zwar korrekt gekleidet, aber ein solch festlicher Rahmen nach einem Tag auf der Toilette, ich fühlte mich deplatziert. Ich probierte leicht verdauliche Häppchen bei meiner Familie. Es schmeckte gut, nicht überragend, das Personal behandelte mich trotzdem nett und wer etwas vornehmer Essen gehen will, dem kann ich diese Restaurant wärmstens empfehlen. Wir spazierten noch einige Meter an der Ratchadamnoen Klang Road entlang, überlegten noch einen Abstecher zur Kaosan Road zu machen aber ich war zu schwach. An der Straße war es auch nicht mehr so prunkvoll, es lagen viele Menschen auf dem Boden, die offensichtlich hier schliefen. Prunk und Armut, in Bangkok eine allgegenwärtige Symbiose. Nachdenklich fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Hotel.

Rosa Hintergrund
Blauer Hintergrund

Letzter Tag in Bangkok

Schweißgebadet. Unseren letzten Tag in Bangkok wollten wir nutzen, um mindestens noch zwei Sehenswürdigkeiten von Bangkok zu besuchen und bestaunen zu können. Am Vormittag besuchten wir den Königspalast und am Nachmittag fuhren wir mit einem Longtail-Boot durch die Klongs.

Am Vormittag fuhren wir wieder mit dem Taxi bis zum Eingang des Palastes. Das Klima an diesem Tag war unerträglich. Ich schwitzte, es gab an meinem Körper keine einzige trockene Stelle mehr. Trotzdem kamen ganze Heerscharen an Besuchern, die zum Palast strömten und den Besuch feierten, in dem sie sich in Gruppen zum fotografieren aufstellten. Am Eingang mieteten wir für jeden von uns einen Audioguide und ließen uns dann virtuell durch den Palast führen. Was man im Königspalat bestaunen kann, findet man überall im Internet. Ich will nur so viel erzählen, es ist faszinierend und jeder Tropfen Schweiß hat sich gelohnt. Im Wat Phra Kaeo oder auch „Tempel des Smaragd Buddha“ genannt, befindet sich der bereits genannte Smaragd Buddha. Er ist eines der wichtigsten Heiligtümer für die Buddhisten in Thailand. In dem Tempel darf man keine Aufnahmen des Buddhas machen. Die Atmosphäre in dem Tempel ist faszinierend und ergreifend. Eine unglaubliche Energie die von diesem Buddha ausgeht, der aufgetürmt auf vielen weiteren goldenen Buddha-Statuen thront. Voller Verehrung knien die Thais vor ihm nieder.

Die gesamte Tempelanlage ist der pure Prunk. Der Königspalast selbst ist ebenfalls majestätisch anzuschauen, bei 20 Grad Celsius Außentemperatur hätten wir ihn sicher noch länger genießen können, doch so langsam schwanden meine Kräfte und ich benötigte einen Raum mit Klimaanlage: der Starbucks am Maharaj Pier. Mit letzter Kraft erreichte ich den Starbucks und mein Körper konnte wieder um 20 Grad runterkühlen. Somit schafften wir es mit dem Express Boat wieder bei vollem Bewusstsein zurück an unser Pier und pausierten in unserem Hotel.

Mit dem Longtailboot durch die Klongs in Bangkok

Dort hatte man bereits für 15:00 Uhr ein Longtail Boot für uns reserviert, dass uns für 1000 THB (ca. 25€) eine Stunde durch die Klongs, die Kanäle in Bangkok, fahren sollte. Die Mitarbeiterin von unserem Hotel führte uns zu der Anlegestelle, die wir ohne sie, obwohl nur 500m entfernt, wahrscheinlich nicht gefunden hätten. Ein Labyrinth aus kleinen Gässchen, Höfe mit alten Motoren, dazwischen Feng Shui Nobel Berater, Bangkok halt, und irgendwie mitten in einer heiligen Stätte der Chinesen wartete schon unser Bootsmann. Wir stiegen ein und fuhren wieder in Richtung des Königspalastes bis er nach ca. 2 km in die faszinierende Welt der Klongs einbog.

Ich behaupte der Chao Phraya ist definitiv nicht sauber, ohne einen offiziellen Wasserqualitätstest zu kennen, nein, man möchte eigentlich nicht freiwillig mit dem Wasser des Flusses in Kontakt kommen. Unser Weltbild zur Sauberkeit nach EG-Norm atomatisierte sich endgültig beim Anblick plantschender Familien vor ihren Hütten in den Klongs. Sie hatten richtig Spaß und wir guckten fassungslos. Nach wenigen Metern enterte ein fahrender Händler unser Boot und ich konnte erfolgreich den Preis für einen kleinen Plastikelefanten auf 100 THB (2,50 €) herunterhandeln. Ich war stolz, meine Familie beschimpfte mich, warum ich überhaupt etwas kaufte. Unser fröhlicher Bootslenker zeigte uns immer wieder exotische Tiere und verwies auf interessante Gebäude entlang der Kanäle. Auch hier wieder, einfache Hütten stehen neben hochmodernen Architekten-Häusern, faszinierend. Auch kleine Restaurants säumten den Weg und man hätte dort auch halten können, doch wir hatten leider nur begrenzt Zeit, da wir ja noch zum Hauptbahnhof mussten, wo um 19:00 Uhr unser Zug in den Süden fuhr. So endete nach einer Stunde wieder unsere Tour und wir legten in der Nähe unseres Hotels an, in der heiligen chinesischen Stätte, wo gerade irgendeine Opferzeremonie statt fand. Irgendwelche Papierdrachen wurden feierlich verbrannt, gemäß Feuerschutzverordnung §34 ThaFeuG, kleiner Spaß.

Ohne dass wir darum baten, durften wir in unserem Hotel alle nochmal duschen und wir wurden herzlich verabschiedet. Das Loy La Long Hotel war für 5 Tage eben unser Zuhause, und ich schreibe es nochmal: wenn ich Zuhause schreibe, meine ich auch Zuhause. So bewegten wir uns mit Wehmut und unseren Rucksäcken in Richtung Hua Lamphong, dem Hauptbahnhof von Bangkok. Die Gebete der Mönche segneten unsere Fahrt in den Süden. Wir waren doch alle etwas aufgeregt, da wir nicht wussten, was uns in einem thailändischen Zug mit Schlafabteil erwarten würde. Im Bahnhof aßen wir noch einen kleinen Snack und betrachten Muay Thai Kämpfe auf einer Großleinwand. Selbst die Atmosphäre in diesem Bahnhof war faszinierend. Alles wirkte viel entspannter, als auf einem westlichen Großbahnhof. Mönche warteten auf eigens für sie reservierten Sofas auf die Züge und als plötzlich die Nationalhymne erklang, standen alle, wirklich alle, auf und blickten zum überdimensionalen Bildnis des Königs und sangen. In Deutschland … unvorstellbar. So stiegen wir pünktlich in unseren Zug und machten uns auf in Richtung Süden. Wir hatten 2.Klasse mit Klimaanlage gebucht. Unsere Plätze waren wie geplant reserviert und wir konnten auch noch ein Abendessen und Frühstück bestellen. Es war genießbar, würde ich aber beim nächsten mal nicht mehr machen. Dann richtete ein Schaffner unsere Schlafplätze, sie waren sauber und bequem und man konnte wirklich gut schlafen. Eine Reise mit dem Nachtzug kann ich wirklich nur empfehlen. So fuhren wir die ganze Nacht durch den Dschungel Thailands und kamen pünktlich, Gruß an die Deutsche Bahn, um 07:00 Uhr in Surat Thani an. Dort sollte dann der zweite Teil unseres Thailand Urlaubes beginnen.

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