Mit Ryanair nach Verona für 18 Euro

Bevor ich nicht wirklich vor dem Flugzeug stand, zweifelte ich stark daran, dass wir wirklich mit einem Flugzeug fliegen sollten. 33€ für Verona hin und zurück, mit Pilot und Leiter in den Flieger. Gut, ich nahm an einem Ryanair Gewinnspiel teil, für 2€, somit stiegen die Kosten für mich persönlich auf 35€. Die anderen tranken jeweils eine Dose Heineken für 5€ und Frank eine Lasagne für 6€ auf dem Rückflug. Flo genoß eine Suppe mit kalten Wasser für 5€, ebenfalls auf dem Rückflug. Aber wir verzichteten auf Sitzplatzreservierung und Priority Boarding, womit die Gesamtkosten für den Flug sich im Rahmen hielten.

Der Flughafen von Verona ist nur 12km von der Innenstadt entfernt. Ein bequemer Bus-Shuttle verkehrt alle 20 Minuten zwischen Flughafen und Bahnhof. Es gibt nur eine Hürde: der Ticketautomat. Man kann immer nur ein Ticket lösen, der Text „Grazie“ für den Ticketkauf erscheint allein gefühlte 5 Minuten bis das nächste Ticket bestellt werden kann. Wir Sieben benötigten somit ca. 20 Minuten, um für uns alle ein Ticket zu ergattern.

Unsere Unterkunft: Villa Camilla

Unsere Osterien

Die Stadt der unerfüllten Liebe

Verona eine Stadt, in der die Liebe zweier Menschen einst ein unheilvolles Ende nahm. Für uns war es die Stadt, die uns an das Unheilvolle der Liebe erinnerte. Die Schönheit und die Eleganz des weiblichen Geschlechts konfrontierte ständig unser Augenlicht. Früher hätten wir gelitten, im reifen Alter, angekommen im Hafen der konstanten Liebkosung, als stolzes Wrack, demütigt einem dies junge unheilbringende Glück nicht mehr. Wir sind im Herbst des Lebens, die Werte haben sich gewandelt. Freundschaft und Wein, dass sollen die Pfeiler unserer Glückseligkeit sein und nicht Wonnekurven junger Schenkel. Gut man kann sich sein Elend auch schön reden, aber was solls. Wir haben die drei Tage in Verona auf alle Fälle genossen. Wir hatten Spaß, es gab leckeres Essen, wir hatten schon ab Mittag einige Liter Wein intus und wer am Abend noch konnte der tanzte in unserer Villa, bis in die späte Nacht hinein. Trotz all dem Spaß, den wir reichlich hatten, konnten wir auch nahezu alle Sehenswürdigkeiten dieser schönen italienischen Stadt bewundern.

Arena von Verona

Das Theater wurde 30 n. Chr. erbaut. Mal war es größer, mal wurde es zerstört, ganz interessant. Kurz vor Ablauf unserer Verona-Card schafften wir es noch rechtzeitig in die Arena. Wir freuten uns auf die Geschichte dieses Bauwerkes, doch unangenehmerweise drängten sich immer eine Horde gleich gekleideter Frauen ins Bild. Wir wurden somit leider in der Bewunderung des Bauwerkes gestört. Nachdem die Damen in den Katakomben verschwanden spielten wir noch ein wenig judäische Volksfront, oder war es Volksfront von Judäa?

San Pietro da Verona in Santa Anastasia

Die katholische Kirche St. Anastasia in Verona ist schon sehr alt, wurde aber bis heute nicht fertig gebaut, Schlamperei. Innen ist sie schön und außen schlicht. Man kann dort Kerzen anzünden und mit Heiligen beten; sehr schöne Kirche, wirklich, great! Beim Kauf einer Verona-Card für 18€, gültig für 24 Stunden, ist der Eintritt in diese Kirche inklusive. Sehr schön!

Cattedrale Santa Maria Matricolare

Der Dom von Verona ist auch schon sehr sehr alt, aus dem 8 Jahrhundert n. Chr. Es hat aber über 300 Jahre gedauert bis er fertig war. Innen ist er auch schön und er hat in einem extra Raum ein großes Taufbecken. Es gibt in dem Dom Altäre und auch Sitzgelegenheiten, unter anderem auch welche, wo man sich nicht hinsetzen darf. Kann man übersehen, ist halt blöd. Ganz schön großer Bau, sehr schön.

Piazza delle Erbe

Der Piazza delle Erbe ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Hier ist immer was los. Es gibt Marktsände mit lauter überteuerten Souvenirs, entsprechend sind auch die Preise für Getränke und Speisen. Schön, aber wer hier was isst oder trinkt ist selber schuld. An den Ständen gibt es aber Vitaminbomben mit frischen Obst, das kann nach 3l Wein auch mal ganz gut tun, wenn neben den Flavonoiden auch noch andere Nährstoffe den Körper bereichern. Faszinierend sind die Gebäude ringsum, alt, herunterkommen aber einfach nur schön. Die Italiener haben einfach Stil.

Torre dei Lamberti

„Mit einem Lift oder über 368 Stufen gelangt man zu einer Aussichtsplattform, von der man einen weiten Blick über Verona hat.“ (Wikepedia) Nun ratet mal, wie wir hochgekommen sind? Schalli war an der Kasse. Mit Lift hätten wir einen Euro mehr zahlen müssen, trotz Verona-Card. Geiz macht schlank! Wir sind jede einzelne Stufe gestiegen. Oben konnten wir nach ca. 15 Minuten, nachdem der Puls aus dem pathologischen Bereich sich runter frequentierte, die schöne Aussicht über Verona genießen.

Casa di Giulietta

Endlich stehen wir am Balkon der lieblichen Julia. Dort wo Leonard di Caprio seine Julia einst bekniete. Und sie stand auch da, stolz aus Bronze, umringt von fanatischen Touristen. Warum jeder ein Foto mit ihr wollte hatte ich ja noch verstanden, aber warum ihr jeder an die Möpse fasste, keine Ahnung? Schalli und Jochen machten auf alle Fälle bei diesem Kult mit.
Überall waren die Wände voll mit Namen von angeblichen Liebespaaren und Liebesschlösser. Wir hatten weder Schloss noch Stift.

Tomba di Giulietta

Traurig, bewegend, am Grab von Julia zu stehen. Hier wurde uns die ganze Dramatik dieser unerfüllten Liebe so richtig bewusst. Ich mein natürlich die unerfüllte Liebe von Julia und Romeo, nicht die unsere. Ob Julia nun wirklich dort aufgebahrt war, ich habe die ganze Geschicht nicht so wirklich verstanden. Die Story von Shakespeare war ja nicht echt, aber die verfeindeten Familien hat es wirklich gegeben. Wurscht, HAUPTSACHE ROMANTIK!

Castelvecchio

Das Castelvecchio war eine Kastellburg der Scaliger in Verona, soviel zum geschichtlichen Teil. Es gibt dort keine Toilette, wenn man nicht in das Museum geht.
Es gibt dort eine Brücke und auf dieser Brücke war ein Mittelalter-Markt. Nicht nur wir, auch die Italiener scheinen eine Vorliebe für diese Märkte zu haben. Es gibt die üblichen Holzschwerter, jede Menge Leckereien und Bier vom Faß. Vor dem Castelvecchio fand ein Kickerturnier statt, wir schickten unsere Besten gegen zwei kleine Italiener. Italien war schon immer unser Angstgegner. Peinlich!

Schee wars! Bis nächstes Jahr!

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