Athen Sonnenaufgang über Akropolis

Athen 2017

Einmal in meinem Leben wollte ich die Akropolis in Athen besuchen – die Wiege unserer Demokratie. Das Athen mehr bietet, als alte Marmorsäulen und Ouzo ist selbstverständlich. Doch Athen ist die Stadt in Europa, so mein Eindruck, in der die Auswüchse des Neoliberalismus so deutlich zu tragen kommen, dass man sich zwangsläufig Gedanken macht, wie solidarisch ist eigentlich dieses Europa.
Da ich zum ersten Mal in Athen war habe ich keinen Vergleich, ob die Energie dieser Stadt in den Jahren der Krise sich verändert hat. Zudem jeder meinte im August seien keine Athener in der Stadt, sie wären alle im Urlaub. Und das Wetter, bei 40 Grad die Akropolis besuchen? Machbar! Lesen sie wie ich die Stadt erlebt und lieben gelernt habe.

Mein Reiseführer

Athen – Die Sehenswürdigkeiten

Die Plaka (Πλάκα) und Anafiótika (Αναφιώτικα)

Von meinem Hotel aus waren es nur 5 Minuten Gehzeit bis zur Plaka, der Altstadt von Athen. Die Plaka ist das touristische Zentrum Athens. Normalerweise eher zu meiden aber trotzdem hat die Plaka trotz der zahlreichen Souvenirläden einen ganz eigenen Charme. Es gibt durchaus sehr interessante Shops mit hochwertigen Produkten. Natürlich gibt es auch zahlreiche Restaurants oder Stände mit süßen Leckereien. Da ich auf Diät bin habe ich mich aber dezent zurückgehalten.
Regelrecht extrem romantisch ist der kleine Stadtteil Anafiótika. In den engen Gassen und auf den steilen Treppen zum Akropolis-Berg streunen viele Katzen, spielen Musikanten oder man genießt einen Wein in den zahlreichen Tavernen und Cafes. Hier sieht man nur wenig von der Krise in Griechenland und hier ist Athen einfach nur schön bis wunderschön. Nach einem kurzen Aufstieg, findet man nach einigen Abzweigungen einen super-romantischen geheimen Aussichtspunkt den nur Athen-Insider kennen. Erstaunlich nur wieviele Athen-Insider es gibt :).

Die Akropolis und das Akropolismuseum

Das Besucheraufkommen ist natürlich enorm. Wenn man sich nicht mit hunderten von Menschen den Anblick der alten Marmorsäulen teilen will, muss man man sich möglichst schon um 08:00 Uhr für den Aufstieg bereit machen. Aber auch diesen Tip kannten nicht wenige Touristen. Es gibt zwei Zugänge, der eine führt über die Nordseite und ist etwas beschwerlicher, der etwas größere Eingang über den Süden ist etwas kürzer aber dafür hat man auch keinen Blick auf das Odeon des Herodes Atticus. Es kann also passieren, egal wann man kommt, dass die Warteschlange unendlich ist. Will man die Warteschlangen umgehen, hierfür gibt es einen einfachen Trick, wenn man bereit ist anstatt 20€ 30€ zu zahlen aber dafür noch sechs weitere Ausgrabungsstätten besuchen kann (siehe Facebook-Beitrag).
Die Akropolis, bzw. der Parthenon, ist gigantisch vor allem dann, wenn man den geschichtlichen Hintergrund von diesem heiligen Berg sich verinnerlicht. Jeder Mensch ist gleich und jeder Bürger darf sich an den Entscheidungen zum Gemeinwesen beteiligen. In Zeiten, wo es Beknackte gibt, die dies wieder abschaffen wollen, umso wichtiger sich dessen Bedeutung hier wieder bewusst zu machen.

Architektonisch reizvoll ist auch das Akropolismuseum. Es kostet 5€ extra Eintritt und präsentiert die kunstvollen Skulpturen und archäologischen Kostbarkeiten rund um die Akropolis. Leider gibt es keinen Audioguide und das Fotografieren im Museum ist verboten. Recht flott wird man auch in dem Cafe des Museums bedient und es soll sogar sehr gute Gerichte zum essen geben. Uns war an diesem Tag aber nur nach trinken. Das Museum war angenehm kühl und somit bestaunte man gerne die eine oder andere Büste mit Brüste etwas länger.

Das Panathinaiko-Stadion (Παναθηναϊκό Στάδιο)

In allen großen Städten gibt es sogenannte Hop-On-Hop-Off Touren, so auch in Athen. Man bekommt einen guten Überblick über die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten, von der Akropolois bis zum Hafen von Piräeus. Auf der oberen Plattform des Busses bei 40Grad Celsius, bekommt man schnell einen an der Klatsche. Entweder man geht in das untere Geschoss des Buses und genießt die Klimaanlage bei eingeschränkten Sichtfeld oder man steigt doch an der einen oder anderen Sehenswürdigkeit aus. Kurz vor einem Hitzschlag, mahnte ich meine Frau, die nächste Station ist das Panathinaiko-Stadion, ich will raus. Die Begeisterung meiner Frau hielt sich in Grenzen. Sportstätten mit einer Tartanbahn und vielen Sitzplätzen lag nicht unbedingt im Fokus ihres Interesses. Doch es war ein lohnenswerter Eindruck, der Besuch dieser alten und ehrwürdigen Sportstätte.

Im Stadion

Sicher, es gibt nur eine Tartan-Bahn und jede Menge Sitzplätze aber trotzdem weht der Wind der Geschichte durch dieses Stadion. Hier wurden nackte Athleten, Helden der Fußball EM-Geschichte und Otto Rehakles gefeiert und hier saßen Könige mit ihren Königinnen. Und wie es der Zufall wollte, bewunderten wir einen den schnellssten Läufer der heutigen Zeit beim 20m Spurt, mit Schlappen über 80kg in der Alterklasse Ü45. Übrigens erst vor kurzem auf der Langstrecke dritter geworden in Fürth und, man beachte, Gourmetlauf-Finisher.

Auf alle Fälle hatte das altehrwürdige Stadion mehr zu bieten als eine Tartanbahn und Sitzplätze aus Marmor. In den Katakomben des Stadions gab es eine Ausstellung zur Geschichte von Olympia mit den Original-Fackeln und einen kleinen Laden mit wirklich schönen Souvenirs. Ich kaufte mir eine kleine Eule aus Mamor, meine Frau eine Tasse mit nackten Athleten.
Also, wer nach Athen kommt sollte unbedingt auch einen Besuch im Panathenaiko-Stadium einplanen, außerdem war es in den Katakomben angenehm kühl.

Essen und Trinken in Athen

Am ersten Abend wollte ich natürlich sofort mein erstes Souvlaki mit Retsina genießen. Ich irrlichterte noch etwas durch die Plaka und war erstmal überwältigt von dem Angebot. Selbstverständlich war ich mir bewußt, dass ich mich im Touristenviertel befinde, aber mein Reiseführer und Google Maps sollte mir behilflich sein. Doch noch etwas geschwächt von dem Flug ließ ich mich dann doch von dem aufdringlichsten Kellner in ein Restaurant lotsen. Der griechische Salat war gut, den Retsina kenn ich von daheim vom Edeka und das Lammsouvlaki für 14€ war trocken, so trocken wie die Pommes Frites und der Reis. Den Oregano konnte ich zumindest schmecken. Eine Empfehlung mache ich nicht, weil die Qualität gibt es in den zahlreichen Touristen-Restaurants in der Plaka an jeder Ecke.

Etwas frustriert von meinem ersten Kontakt mit der athener Küche beschloss ich erstmal auf Streetfood umzusteigen. Ein weißer Entschluss. Ähnlich wie in New York zeigte sich das Streefood von seiner schmackhaftesten Seite mit einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis. Leider war der beste Souvlaki-Grill in Athen zu, weil im Urlaub, aber es gibt kleine Gastro-Ketten die lecker Pitta in allen Varianten anbieten, z. B. gleich gegenüber von meinem Hotel die Pita Bar. Hier kann man für 3€ richtig satt werden oder „The Pitta Co.“ mit dem leckeren Koriander-Lamm-Bifteki für 2€. Geschmacklich auch nicht schlecht ist das „Quick Pitta“ aber hier war der junge Kellner so enttäuscht, dass ich keinen Riesen-Grillteller wollte, dass er vergessen hatte mich nach meinen Getränke-Wunsch zu fragen. Die Stimmung war insgesamt nicht so fröhlich in dem Laden. Ja, dann gab es noch den Το Παλιό Ψυρρή gegenüber von meinem Stammcafe in Psirri, dazu gleich mehr. Aber mein absoluter Favorit unter den Streetfood-Grills war das Mirch: Indisches Souvlaki, einfach nur geil!
Imbisse gibt es in Athen an jeder oder fast jeder Ecke, ich kann sie nur empfehlen. Dann kann man auf Restaurants locker verzichten.

Liosporos Jazz Café-Bar

Ja ich hatte ein Stammcafe. Direkt hinter meinem Hotel lag der Stadteil Psirri. Er war wesentlich weniger touristisch und es gab Cafes in dene eindeutig junge Athener und keine Touristen saßen. Intuitiv setze ich mit in ein kleines Cafe im Zentrum des Viertels und blieb sitzen. im Reiseführer in Athen wird man ganz schnell relaxed und hier war das Epizentrum der Entspannung. Die Bedienung freundlich. Du kannst stundenlang sitzen ohne, dass du das Gefühl hast du störst. Zum Wein gbbt es lecker Oliven zum Bier Chips. Es gab leckere Gerichte und Snacks. Ja ich war ab dem zweiten Tag in Athen, mind. 2x dort. Ich beobachtetet die Menschen laß ein Buch oder genoß einfach nur den Wein. Allein wegen diesem Cafe will ich wieder nacht Athen.

Ja und dann gab es doch noch ein Restaurant, sogar mitten in der Plaka, was mich absolut begeistert hat: das Ydria. Absolute frische griechische Spitzenküche. Ich habe sogar einmal nur vegetarisch gegessen, was ich sehr selten wage. Ich habe lange recherciert, bis ich micht traute doch nochmal ein Restaurant in der Plaka zu betreten. Das Ydria hat mich absolut nicht enttäuscht und meinen Glauben an die Athener Restaurants wieder gestärkt. Ja und dann gab es noch zwei „Lokale“ die ich unbedingt erwähnen möchte. Einmal die Saftbar Nova Gea. Fruchtsäfte-Stände dieser Art gibt es ja inzwischen viele in Athen aber in dem Nova Gea faszinierte schon die Herstellung des Getränks, abgesehen davon, dass es Hinweiße gab wie cholesterinsenkend oder verjüngend, es schmeckte auch wirklich genial. Aber auch das Gesamtkomzept überzeugte. Es gab auch frische Kräuter oder griechische Olivenöle zu kaufen und die Säfte wurden nicht in Papp- oder Plastikbechern gefüllt, sondern wurden in Gläser abgefüllt.
Und dann gab es noch das Brettos. Die sicher außergewöhnlichste Taverne in Athen. Faszinierend kein Tourist, auch ich nicht, kommt an dieser Kneipe vor bei ohne ein Foto davon zu schießen. Bis zur Decke stehen bunte Spirituosen in beleuchteten Regalen, so dass deine Libido dich fast nötigt hier ein, zwei, drei oder mehr dieser köstlichen Getränke zu probieren. Einfach gebrannte Ouzos, zweifach gebranntes Ouzos,dreifach.., Weine usw. Bist du in Athen, dann musst du dorthin.

Was gab es sonst noch in Athen?

Athen ist einfach einmalig, natürlich wie viele große Städte, aber eben auf eine sehr entspannte Art. Genial ist das Nachtleben und die Cafes und Restaurants, besonders außerhalb der Plaka. Athen macht aber auch traurig und betroffen, wenn man sieht, wie die Menschen teilweise dort im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße sitzen. Deswegen größten Respekt für Organisationen, die den Menschen dort helfen und Verachtung gegenüber all derer die ihre Neiddebatte führen.
Interessant ist auch der Markt, der zwar beim Fisch und Fleisch einen gewöhnungsbedürftigen Geruch aussendet, aber absolut sauber ist. Hier werden frische Köstlichkeiten angeboten und an der Straße gibt es ebenfalls Streetfood und jede Menge Kulinarisches zu probieren. Natürlich sollte man den Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament besucheen oder die zahlreichen Museen, die ich bei diesem Besuch, wegen dem Wetter, noch ausgelassen habe.
Ich konnte in Athen nach einen Tag richtig entspannen, entweder man sitzt in einem der Cafes und liest ein Buch oder man schlendert durch die Fußgängerzonen und die engen Gassen. Gegen Abend kommen dann auch immer mehr Musiker. Athen bietet eben eine einmalige Atmosphäre: einen Mix aus Lebensfreude und Melancholie.
Genial war auch mein Hotel, das Attalos Hotel, 100m vom Monastiraki Platz entfernt, also inmitten des Zentrums. Der Blick von der Dachterrasse auf die Akropolis in der Nacht wird unvergesslich bleiben. Es gab griechisches Frühstück, die Zimmer waren sauber und die Bäder renoviert. Das Personal war super freundlich, ich habe mich dort absolut wohl gefühlt.
Mit ein bisschen Wehmut fuhren wird dann am Sonntag Morgen und 06:30 Uhr mit der Metro an den Hafen von Piräeus, gemeinsam mit hunderten von Athenern zum größten Hafen am Mittelmeer und bestiegen unsere Fähre nach Ikaria. Bis bald Athen!

Translate »

Pin It on Pinterest