Aktivurlaub für „Middle Ager“ am Lago di Garda

Aktivurlaub für „Middle Ager“ am Lago di Garda

Aktivurlaub am Gardasee

Ein Reisebericht mit letzter Kraft erstellt

Unsere Unterkunft am Gardasee

„Ich möchte nicht nur irgendwo rumliegen!“ So lautete der an mich gerichtete Auftrag für unseren Sommerurlaub ohne Kinder in diesem Jahr. Der eine Sohn in Frankreich der Andere in England, so blieb uns nur noch Italien. Für begeisterte Windsurfer, die einmal im Jahr mit ihren Brett, „Made in West Germany“, an den Brombachspeicher fahren, um bei Windstärke drei sich treiben zu lassen, sollte dieses Jahr ein Quantensprung erfolgen. Das erste mal buchte ich über Airbnb. Und um es vorweg zu sagen, sicher nicht das letzte Mal. Unsere Unterkunft war genial und der Preis unschlagbar (Wenn du auch über Airbnb zum ersten Mal buchen willst, dann nutze diesen Gutschein.

Die Unterkunft war ein schön eingerichteter „Container“ am Rande eines Campingplatzes. Sie war sauber, die Gastgeber sehr nett und hilfsbereit, wir konnten jeden Abend am See entlang mit kostenlos bereitgestellten Fahrrädern nach Malcesine fahren und sportliche Aktivitäten wurden organisiert oder man wurde beraten. Auch der Campingplatz war schön gelegen und, wichtig, die Sanitäranlagen waren sauber. Leider gibt es aber unsere tschechischen Gastgeber nicht mehr, Schade. Den Campingplatz gibt es aber noch.

Unsere sportliche Aktivitäten am Gardasee

Mountain-Biking

Das Sportangebot ist genial, falls es die körperliche Konstitution zulässt. Leider war es aufgrund des Wetters nicht möglich eine Canyoning-Tour zu machen, doch es war gut so. Am Montag beschlossen wir uns Mountain-Bikes auszuleihen. Mit Short und H&M-Pullover bekleidet fuhren wir um 09:00 Uhr in der Früh auf den 1760m hohen Monte Baldo bei 9°C und Nieselregen.

Unsere Fahrräder auf dem Monte Baldo

Wir starten unsere Tour ins Ungewisse bei kaltem Wetter und guter Laune, beides wechselte bei mir zum Ende hin, es wurde warm und meine Laune schlecht. Die Tour war mit 5 Stunden angegeben, wir schafften sie, dank meines Überlebenstriebs in 7h, ohne Pause. Meine Frau hatte schon Pausen, sie wartete bei jedem Anstieg auf mich und trank in der Zwischenzeit Kaffee auf einer der Berghütten. Wir begegneten auf unserer Fahrt vielen Tieren, auch Esel waren wieder dabei.

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Die Tour war beschildert. Nur eine Abzweigung führte in die Irre, aber wir hinterher. Nach ungefähr einer Stunde stetigen Anstiegs, der auf unserer Karte nicht eingezeichnet war, drohte ich mit Scheidung. Der Satz „Nach der nächsten Biegung geht es wider abwärts“, dieser Zustand trat nie ein und ich konnte diesen Spruch nicht mehr hören. Ich hatte Muskelkrämpfe in beiden Oberschenkeln, fernab jeglicher Zivilisation und ich konnte das Fahrrad nur noch schiebend fortbewegen. Es eskalierte! Ich bestand auf einer sofortigen Umkehr und drohte Bilder von der Pinkelpause meiner Frau auf Facebook zu veröffentlichen, die Überlebenschance schätze ich auf 50% ein und somit höher, als wenn wir weiter gehen würden. Ich überlebte und im nachhinein zeigte sich: Wir folgten einem Weg auf einen ca. 2000m hohen Gipfel. Ich konnte dem Tod noch von der Schippe springen. Nach dem ich auf Endomondo den Wahnsinn aufzeichnete konnte ich den Irrweg als Beweis vorlegen.

Windsurfen

Drei Tage konnte ich nicht mehr aufrecht gehen, am schlimmsten schmerzte die Symphyse. Canyoning musste nicht mehr sein. Da wir auch surfen wollten verlängerten wir unseren Urlaub. Dank unserer Betreuer wurde uns eine kleine Surfschule mit individueller Betreuung empfohlen. Leider musste ich für zwei Tage nach Hause aber mein Frau konnte bei idealen Windverhältnissen ihr bisher gelerntes festigen und zum Schluss schaffte sie die schnelle Wende nahezu perfekt. Wir werden beim nächsten mal sicher wieder dort hingehen, keine Touristenabzocke und unbürokratische Abwicklung.

Windsurfing Camapagnola Surfschule am Gardasee

Kultur und die Umgebung

Malcesine

Malcesine am Gardasee hat noch viel von der ursprünglichen Architektur des kleinen Ortes in die heutige Zeit retten können. Trotz des Tourismus bietet der Ort romantische Gäßchen und die Skaliger Burg ist ein Besuch wert. Zur selben Zeit als wir auf der Burg waren versuchte sich ein junges Paar an der Ehe. Vor dieser Szenerie wird einem schnell heile Welt vorgegaukelt. Wir, als Erfahrene, wollten dem jungen Paar das Liebesglück nicht vermiesen und hielten uns mit Ratschlägen zurück. Wir zollten Beifall und heuchelten Freude.

Blick von der Burg in Malcesine auf Gardasee

In der Burg gab es auch ein kleines und interessantes Museum mit einer Ausstellung zu den geografischen Gegebenheiten, Flora und Fauna am Gardesee, eine kleine Ausstellung zu Goethes Treiben auf seiner italienischen Reise und eine Ausstellung zum „Kampf um den Gardaesse“. An den Abenden genossen wir die Stimmung und das touristische Treiben in Malcesine.

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Buddha im Heller Garten am Gardasee

Heller-Garten in Gordano Riviera

Wir besuchten auch einen botanischen Garten, angelegt von Andre Heller, in Gardone an dem Westufer des Gardasees. Meine Frau wollte unbedingt diesen Garten sehen. Ich fand es wie immer romantisch, meine Frau ärgerte sich, dass sie dort hin wollte freute sich dennoch über eine Quelle an der man frisches Sprudelwasser abfüllen konnte. Der Garten selbst lädt sensibilisierte Mensch zum Lustwandeln ein, sofern kein Bus mit österreichischen Rentnern den Garten in einen Musikantenstadel verwandelt. Ich fand den Garten, trotz langer Anfahrt, sehenswert. Meine Frau will nichts mehr von Andre Heller sehen.

Torri del Benaco

Da wir nicht mehr durch das Verkehrschaos in Torbole wollten nahmen wird die Fähre von Toscolano Maderno nach Torri del Benaco. Eine Abkürzung, die sich lohnte. Der kleine Ort Torri del Benaco ist ebenfalls schön gelegen und, wie könnte es anders sein, romantisch. Die Überfahrt dauert ca. 20 Minuten und ist absolut stressfrei. In Torri del Benaco genoß ich einen Sprizz, kaufte mir edles Olivenöl und bewunderte den ältesten Zitronenhain am Gardasee.

Kulinarische Höhepunkte

Vorweg, wir haben immer gut gegessen, von sehr gut bis fantastisch. In jedem Restaurant war der Service hervorragend und immer freundlich. Ich habe mich auf Google+, Facebook und unseren Marco Polo Reiseführer verlassen und es war ein gute Wahl. Die nachfolgenden Auswahl an Restaurants werden in absteigender Reihenfolge nach meiner subjektiven Bewertung dargestellt, wobei der letzte Platz immer noch sehr gut war.

Auf Platz 1 das "La Pace"

Geballte italienische Köstlichkeiten in einer Traumkulisse. Ich fühlte mich wie Fellini und aß die besten Muscheln meines Lebens. Mein absoluter Favorit: das „La Pace“ in der Via Casella, Malcesine.

Platz 2 die "Pizzeria Spaghetteria Mignon"

Auf einer extrem romantischen italienischen Terrasse durfte ich mit einer wunderbaren Frau, wie aus einem italienischen Fellini-Film entsprungen, eine hervorragende Vorspeisenplatte genießen. Als Hauptgang genoss ich Spaghetti mit frischen Pilzen und Speck. Bei Bezahlung gibt es einen Limoncello extra, in der Pizzeria Spaghetteria Mignon in der Via Antonio Bottura 9 in Malcesine.

Platz 3 das Agraturismo Ca' Vecia in Campagnelo

Nur 5 Minuten Gehzeit von unserem Campingplatz entfernt befindet sich ein Resaturant mit Landwirtschaft inmitten von Olivenbäumen. Die Lage ist traumhaft und das Essen exklusiv und landestypisch: Absolute Top-Empfehlung. Ich aß Büffelmozarella mit Basilikum und Tomaten und danach Schweinfilet mit Pilzen, meine Gattin hatte schwarzen Reis mit Hecht. Als Dessert wurde uns fluffiges Tiramisu kredenzt. Ruhig und abgelegen und immer ein Besuch wert, das Agriturismo Ca‘ Vecia in der Via Navene Vecchia 162 in Malcesine.

Platz 4 die unscheinbare Pizzeria im Hotel "Societa S. Remo Srl"

Völlig unbedarft und ohne große Erwartungen wollten wir den kleinen Hunger mit einer Pizza stillen. Wir gingen somit am Nachmittag in die nächste Pizzeria in der Nähe unseres Strandes. Pizza geht immer und man kann nicht viel verkehrt machen, aber offensichtlich auch vieles richtig. Eine der besten Pizzas, die ich bisher essen durfte, genoß ich im „Societa S. Remo Srl.“ in der Via Gardasana 440 in Malcesine.

Platz 5 die kleine italienische Osteria Santo Cielo

Kein Ort um groß Essen zu gehen, es werden nur kleine Gerichte angeboten. Absolut hervorragend ist der Wein. Die kleine Gerichte, wie Panini, Salate und verschiedene Tapas sind durchweg gut, meiner Frau haben sie jedoch nicht immer geschmeckt. Traumhaft die Plätze unter den Weinreben, hier kann man bei 0,8 Promille die Touristen beim Flanieren beobachten und hie und da eine dumme Bemerkung fallen lassen :). Ein Ort zum Verweilen und Buch lesen, die Osteria Santo Cielo an der Piazza Don Q. Turazza.

Platz 6 die Bar und Restaurant Da Binca

Das Essen war gut aber ich gebe zu ich hatte andere Favoriten und das Speiseangebot war eher touristisch geprägt. Meiner Frau schmeckten jedoch die Spaghetti mit Gardaseeforelle ganz hervorragend. Ich hatte einmal Spaghetti Aglio i Olio und Pepperocini und gegrillten Sepia mit Pommes, beides habe ich schon besser gegessen. Trotzdem immer noch eine Empfehlung das Ristorante „Da Bianca“ an der Via Gardasena 195 in Malcesine, direkt neben unserem Campingplatz.

Platz 7 aber immer noch zu empfehlen die Speckstube

Nur 10 Gehminuten von unserem Campingplatz entfernt liegt der Biergarten „Speckstube“. Mit großen Plakaten an der Hauptstraße angepriesen und als „Top-Empfehlung“ im Marco-Polo-Reiseführer gekennzeichnet durfte die Lokalität in unserem Programm nicht fehlen. Wer jedoch leichte italiniesche Küche erwartet und zum Vegetariertum neigt, sollte hier eher nicht her gehen. Riesige Fleischberge werden frisch gegrillt und wie in einem Biergarten üblich herrscht hier Selbstbedienung. Da ich bei meiner Montain-Bike-Tour ca. 5000 Kalorien verbrannte war der Besuch an dem selbigen Abend genau richtig. Der Biergarten ist schön gelegen und ideal für Kinder, deswegen auch von mir eine Empfehlung „Die Speckstube“ in der Navene Vecchia 139 in Malcesine.

Meine letzten Berichte

Hier findet ihr noch weitere Berichte von meinen letzten Reise oder auch meine Highlights aus meiner Heimatstadt Fürth.

Schüleraustausch auf Domaine du Bois Davy

Schüleraustausch auf Domaine du Bois Davy

Besuch im Herzen Frankreichs auf „Domaine Du Bois Davy“

Wir fuhren über das Wochenende 1034km nach Frankreich in den Urlaub, oder Kurzurlaub. Es war ein Wochenendtrip mit dem Ziel Schüler zu tauschen. In einem Crashkurs „französische Lebensart“ konnten wir einige Highlights der Region entdecken, die Lust auf Mehr machen. Zuerst möchte ich unsere Unterkunft vorstellen. Ein Landgut mit 11ha, Wald zwei Teiche und urige Unterkünfte für Familien, Aussteiger und Liebespaare und jene die es noch werden wollen (Aussteiger oder Liebespaar, je nach Gusto). Auf dem Landgut leben auch einige Tiere, die sehr anhänglich sind und auch Deutsche auf ihrem Hof willkommen heißen.

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Das Landgut liegt in der Nähe des kleinen Örtchen Le Thoureil an der Loire. Die Besitzerin bietet Übernachtungen an, wie man sie nicht überall findet. Dazu gehören ein Baumhaus, eine Hütte auf einer kleinen Insel mit Teich, den zwei Enten bewohnen, Jurten aus der Mongolei, Zelte mit durchsichtigen Dach zum Beobachten der Sterne und ein kleines Landhaus im französischen Stil. Wenn ihr auf Strom, Wassertoiletten und Stress verzichten könnt, ist das der Ort, um sich ganz der Muse und der Natur hingeben zu können.

Sonnenuntergang an der Loire

Noch am Abend unserer Ankunft zogen wir mit Picknick-Korb und Grill an die Loire und genossen bei Wein und gegrillten Huhn den Sonnenuntergang an der Loire

Am Morgen erkundigte ich mich, wo es die besten Croissants in der Gegend gibt. Eine kleine Bäckerei in Saint-Rémy-la-Varenne wurde mir empfohlen: Zu recht! Knusprige, butterweiche Croissants im Herzen Frankreich, vive la france!

Boulangerie Pâtisserie Thomy

Boulangerie Pâtisserie Thomy

Nach einer romantischen Nacht auf der Inselhütte und ausgiebiger Begrüßung der beiden Enten und einem französichen Frühstück, fuhren wir mit den Fahrrädern zu einem Erdhaus. Mitten in der Landschaft am Rande eines kleines Dorfes, befindet sich ein surrealistischer Ort, der von Künstlern bevölkert wird, die Träume in die Erde meißeln. Zuerst beeindruckte uns Godo del Nacello der Jongleur mit einer Klangtherapie.

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Dann wandelten wir durch die Höhlengänge und lauschten der sinnlichen Akustik in den einzelnen Gewölben. Ein dunkler Gang, der durchlaufen muss, vermittelt uns das Gefühl der Unendlichkeit, Zahlenakrobatik in Natur von PI bis 8. Draußen durften wir den Künstlern bei ihrer Probe zusehen, die uns einen Einblick in die abendliche Vernissage an Traummomenten gewähren und erahnen lässt.

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Auf dem Weg zurück nach Domaine du Bois Davy besuchten wir noch den größten Dolmen in dieser Gegend, um uns anschließend beim Mittagessen wieder zu stärken für die Tour de France am Nachmittag.

Pflichtveranstaltung in Frankreich ist Besuch einer Weinkellerei. Empfohlen wurde uns der Hersteller von Sprudelwein „Maison Veuve Amiot„. Eigentlich nicht mein Ding, aber dieser Sprudelwein war richtig lecker.

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Nach einer kleinen Kostprobe und leicht angeheitert ging es weiter zum „Champignon-Museum„. Der erste Abschnitt war etwas langweilig, sicher auch wegen fehlender Sprachkenntnis. Die Ausstellungsstücke waren offensichtlich ausrangiert aus einem deutschen Naturkundemuseum. Die Aufschriften der Plastikexponate waren auf Deutsch und vergilbt. Doch im hinteren Teil der Höhle wurden wir belohnt mit frischen Zuchtpilzen, wie: Shitake, Champignon de Paris, Reishi, Kräuterseiling, usw. Man durfte sogar in einer kleinen Plastik-Tüte sein eigenes Substrat eintüten. Die Bilder der ersten Pilze im heimischen Keller werden bei gelingen auf Facebook veröffentlicht.

Danach noch ein kleiner Abstecher zum Schloss Saumur, ein paar Fotos geknipst und der Blick auf die Loire genossen, um dann noch eine kleine Sightseeing-Tour durch das kleinen Örtchen Le Thoureil zu machen, der Heimat der Schüleraustauschler.

Le Thoureil

Blume in Le Thoureil

LE THOUREIL – Sur la rive sud de la Loire, le village étire, entre cales et coteau, ses belles maisons de tuffeau et ses bateaux traditionnels. Le Thoureil c’est un riche patrimoine historique et architectural qui lui vaut une labellisation Petite Cité de Caractère. C’est un paysage ligérien emblématique du Val de Loire inscrit au patrimoine mondial de l’UNESCO. 🙂

Am Abend wurden wir eingeladen in einem kleinen Restaurant mit dem Namen Auberge Côté Jardin, bevölkert mit einheimischer Bevölkerung. Es gab französische Holzofenpizza und französische Spezialitäten. Dazu wurde regionaler Wein ausgeschenkt. Eine gelungener Ausklang unserer Tour de Loire, MERCI!

Tatin im Auberge Côté Jardin

Alle Höhepunkte unsrer Reise im Überblick

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Prag Teil 2 – Interessante Orte

Prag Teil 2 – Interessante Orte

Prag Stammtischreise Tag 2

Interessante Orte
Tag 1 in Prag
Nach dem Rausch im Bett

Foto: spudnique / photocase.de

Der Tag danach-Prag Tag 2

Nein liebe Ehefrauen, so sah es nicht in unserem Zimmern aus und nur wenige litten unter den Folgen der letzten Nacht. Wie waren fast alle „quietschfidel“ und freuten uns schon am Vormittag auf einen sonnigen Tag in Prag mit vielen neuen Erlebnissen und kulinarischen Höhepunkten, mal ganz ohne Erotic.

Unser erstes Ziel an diesem Tag war die „John Lennon Wall„. Entlang der altbekannten Ujzed bewunderten wir die typischen Prager Fassaden, als die Ersten schon wieder Druck auf der Blase verspürten. So bogen wir zuerst ab in einen kleinen Park an der Moldau mit dem schönen Namen „Kampa“. Dort hatten wir einen schönen Blick auf gelbe Pinguine, die in einer Linie auf einer Mauer in die Moldau hinein ragten. Sollten die Folgen der letzten Nacht noch spürbar sein? Nein, es gab sie wirklich, die Fotos sind der Beweis.

Wir genossen die warmen Strahlen der Frühlingsonne und gingen geschlossen in die öffentliche Toilette des kleinen Museums am Rande der kleinen Parkanlage. Wir verließen den Park durch den nördlichen Ausgang und nach ca. 200 m erreichten wir bereits das John Lennon Pup und somit war es nur noch ein Katzensprung bis zur John Lennon Mauer.
Die Atmosphäre an dieser Mauer war so extrem friedlich, dass sogar ein Kleeblatt Fürth (dreimaliger deutscher Meister) Fan sich mit einem Fan der Ostvorstadt (Rekordabsteiger) zu einem gemeinsamen Bild vor der Mauer bereit erklärte (siehe oben). Es entstand ein Bild mit enormer Symbolik und Ausdruckskraft, welches kurz hoffen lässt, dass all der Hass auf der Welt doch durch die Liebe verdrängt werden kann und Frieden selbst zwischen Nürnberg und Fürth einziehen könnte. Nachdem der Auslöser gedrückt war, war auch der Frieden wieder weg und aus kleinen Engeln wurden wieder Menschen und die Zwietracht durchdrang die weitere Kommunikation.
Wir lauschten noch einige Minuten dem gefühlvollen Barden und setzten danach in gelöster Stimmung unseren Weg fort.

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Prager Schinken

Der Weg zum Biergarten und das Drama mit dem Prager Schinken

Wir überquerten wieder die Moldau auf der Karlsbrücke. Wie waren schon über eine Stunde unterwegs und erste Stammtischmitglieder plagte Hunger und Durst. Schalli hatte sich vorbildlich vorbereitet und auf seinem kleinem handgemachten Biergartenführer empfahl sich ein schöner Biergarten in einem Park, ca. 30 Gehminuten von der Innenstadt entfernt. Doch ich erinnerte mich an das knusprige Stück Schinken an dem Street-Food-Stand auf dem Altsdtädter Ring und fordert eine kleine Pause ein. Es gab eine kurze Beratung, Vegetarier waren nicht anwesend, so konnte ich problemlos alle davon zu überzeugen einen Abstecher auf dem Altstädter Ring zu machen. Es war ein Fehler!

Blumenladen in Prag

Ich reihte mich in die Schlange am Schinkenstand, Harry direkt hinter mir, Jochen stand beratend daneben. Ich bestellte auf feinsten Englisch ein Stück Schinken mit einer Schüssel Nudeln mit Kraut, ich nenne sie ab jetzt „Schupfnudeln“. Ein halbes Schwein landete auf dem Plastikteller, der dicke Tscheche nannte den Preis, ich reichte ihm zitternd ein Bündel Geld und weg war das Geld. Ich wollte Harry noch warnen, doch es war zu spät. Er orderte und zahlte dasselbe. Es kam zur Eskalation. Wir zahlten für den Batzen Fleisch so viel, wie für ein zwei Gänge-Menü mit drei Bier in einem guten Prager Restaurant. Die „Schwaben“ in unserer Gruppe, berechneten sofort den Preis-Leistungs-Index und sie konnten nur durch einfühlsame Mediation wieder beruhigt werden und es wurden von den „Griechen“ unter uns einzelne Zugeständnisse gemacht. Hunger war zumindest für alle gestillt, den Topf trockene Schupfnudeln spendeten wird den Tauben.

Die Kalorien mussten erstmal verbraucht werden. Zum Glück lag der Wunschbiergarten auf einer Anhöhe. Etwas Bewegung tat uns allen wirklich gut. Wir bogen auf eine Einkaufstraße mit Shops, die von der Preisgestaltung auf eine andere Zielgruppe ausgelegt waren. Also Augen zu und durch. Jedoch die renovierten Häuser waren durchaus ansehnlich. Bulgari, Lagerfeld, Chanel und Co, ein Hauch von urbaner Dekadenz im Gegensatz zum Abend zuvor, equilibrierte uns wieder in das Gleichgewicht (Geniale Überleitung zum Prager Metronom, das wir gleich besuchen werden). Ein kleiner romantischer Blumenladen fand unser aller Sympathie, wären unserer Ehefrauen anwesend gewesen, wir hätten alle (ok fast alle), ein kleines Blümchen unseren „Liebsten“ gekauft. Es war aber keine Frau da. Bald erreichten wir die Moldau. Über die Brücke musste laut unserem Reiseführer und Google Maps unser angestrebter Biergarten liegen.

Treppen zum Letenská pláň

Es gab Opfer.

Was wir nicht bedacht hatten waren die Treppen. Es war nicht immer sicher, ob wir alle oben ankommen werden. Es wurden mehrere Pausen eingelegt. Unser Alter wurde uns auf widerwärtige Art und Weise wieder offensichtlich. Noch schwarz vor Augen erreichten wir doch alle den 250 m hohen Gipfel und es offenbarte sich zum zigsten male ein wunderbarer Blick über die immer noch nicht goldenen Dächer von Prag. Das Prager Metronom (einst stand hier das Stalin-Denkmal) schwang im dumpfen Gleichklang mit unserem Puls und Skater hüpften mit Boards auf den Treppen und Geländer auf und ab. Wir wollten nur noch Bier. Es sollte nicht mehr weit sein, unser aller Begehr. Nach 10 Minuten erreichten wir nach all den Strapazen gegen 14:00 Uhr zum ersten Mal an diesem Tag einen Biergarten. Wir waren glücklich.

Der Biergarten und der Park von Letná

Wir hatten schnell das erste Bier bestellt und genossen den wunderschönen Ausblick über die Moldau auf die Prager Altstadt. Doch unser Platz war ungünstig gewählt. Direkt neben uns spielten sich seltsame Szenen. Es war eine Gruppe von Nerds, Mitte 30, die einen Junggesellen-Abschied feierten. Die Atmosphäre war ziemlich introvertiert, man kannte sich nicht wirklich, aber man kicherte über jeden Scheiß. Es waren Deutsche, Österreicher/innen waren auch dabei. Irgendwann zog sich einer der Pfeifen ein „Ganzkörperkondom“ an und man begann ihn mit archaischen Symbolen, wie Sonne, Blume und Hund, bunt zu bemalen. Dann gingen sie auf die Suche nach Freiwilligen, die bereit waren ihren Infantilismus auszuleben. Zum Glück ignorierten sie uns, man bemerkte wohl die frostige Stimmung. Dann geschah das Unfassbare, zwei junge hübsche Tschechinnen stürzten sich auf den verpackten Unsympath und malten wild auf ihn ein. Sie bemalten sich dann noch gegenseitig, Bodypainting? Bevor es aber für uns doch wieder interessant zu werden schien, hielten sie ein. Nach dem zweiten Bier wurde es uns doch zu bunt und wir entschieden aufzubrechen und in Richtung Hradschin den Park zu durchqueren.

Im Letna Biergarten in Prag

Der „Letenské sady“ ist trotz seiner zentrumsnahen Lage nach wie vor ein beliebter Naherholungsort der Prager Bevölkerung. Der Blick auf die Moldau und die Prager Altstadt ist sicher einer der schönsten Panoramen, die wir an diesen Tagen genießen durften. Viele Skater hüpften weiterhin mit ihren Boards über die Stufen und Rampen und wir versuchten einen spektakulären Fail mit unseren Smartphones zu erwischen. Leider passierte nichts. Wenige hundert Meter breitete sich ein kleines Idyll vor uns aus. Eine liebevoll angelegte Anlage mit einem Fels, in dem sich elegante Figuren aufreihten und sehnsuchtsvoll in die Welt blickten. In goldenen Lettern rankte der Name „Julius Zeyer“ über den Statuen. Er war ein böhmischer Schriftsteller, Dichter und Dramaturg deutsch-französischer Abstammung. Seine epische Lyrik beschäftigte sich mit der glorreichen tschechischen Geschichte, mit der er das nationale Bewusstsein stärken wollte. Genug Kultur.

Blick auf Moldau

Der „Letenské sady“ ist trotz seiner zentrumsnahen Lage nach wie vor ein beliebter Naherholungsort der Prager Bevölkerung. Der Blick auf die Moldau und die Prager Altstadt ist sicher einer der schönsten Panoramen, die wir an diesen Tagen genießen durften. Viele Skater hüpften weiterhin mit ihren Boards über die Stufen und Rampen und wir versuchten einen spektakulären Fail mit unseren Smartphones zu erwischen. Leider passierte nichts. Wenige hundert Meter breitete sich ein kleines Idyll vor uns aus. Eine liebevoll angelegte Anlage mit einem Fels, in dem sich elegante Figuren aufreihten und sehnsuchtsvoll in die Welt blickten. In goldenen Lettern rankte der Name „Julius Zeyer“ über den Statuen. Er war ein böhmischer Schriftsteller, Dichter und Dramaturg deutsch-französischer Abstammung. Seine epische Lyrik beschäftigte sich mit der glorreichen tschechischen Geschichte, mit der er das nationale Bewusstsein stärken wollte. Genug Kultur.

Klosterbiergarten in Prag

Touristenabzocke im Kloster

Auf romantischen Pfaden wandelten wir kleine Prinzen hinauf zum Hradschin. Die Sonne schien und wir schwitzten. Um eine Austrocknung zu vermeiden brauchte es ein neues Ziel: Biergarten oder Bierkeller, egal.
Wer erinnert sich? Schalli wollte unbedingt einen Bierkeller in der Nähe des Hradschin besuchen. Er hatte sein Vorhaben nicht aufgegeben. Auf dem Domplatz angekommen zog es uns zielstrebig zu dem gewünschten Objekt. Es war wieder brechend voll. Doch Schalli wäre nicht Schalli, wenn er nicht Alternativen gehabt hätte. Wir gingen die Straße weiter. In der Zwischenzeit bekam der Eine oder Andere ein schlechtes Gewissen, weil er noch kein Mitbringsel für seine Liebsten zu Hause besorgt hatte. So kam es immer wieder zu kurzen Pausen, weil man das hiesige Angebot in den zahlreichen Souvenirläden durchstöbern musste. Der „kleine Maulwurf“ war noch das wertvollste Stück Erinnerung an Prag. Was tun? Wir bilden einen Arbeitskreis im nächsten Biergarten.

Wir glaubten eine gute Wahl getroffen zu haben. Es war ca. 16:00 Uhr, Durst hatten wir immer und ein kleiner Snack für unterwegs wäre prächtig. Was für den einen zwei Stück Pizza sind, ist für den Anderen eine ganze Ente. Gewichtsverlust musste generell vermieden werden, ebenso wollte wir unbedingt ein Absinken der Cholesterin-Spiegel vermeiden. Das Restaurant Velká klášterní half uns hierbei. Das Essen war nicht das schlechteste, wir wurden auch flott bedient und das Ambiente angenehm. Da bei Einigen die Angst im Nacken saß, dass man mit leeren Händen nach Hause müsste wurde einheitlich beschlossen zurückzukehren zum Hardrock-Cafe, um dort die notwendigen Geschenke zu besorgen. Wir mussten nur noch zahlen. Wir orderten die Rechnung. Sie wurde uns vorgelegt. Wir erstarrten. Wir bezahlten. Die Kellnerin zog sich in die Klostermauern zurück.

Klosterbiergarten Prag Bewertung

Sollte der Wechselkurs explodiert sein? Haben wir etwas beschädigt? Ich gab zu ich hab mein Smartphone an einer Steckdose heimlich aufgeladen. War das die Strafe? Die Ersten erwachten aus der Schockstarre. Man begann zu rechnen, wieso zahlten wir für das halbe Essen und die gleiche Menge Gerstensaft plötzlich den doppelten Betrag? War Faisstis Ente eine chinesische Edelente? Eine kleine Gruppe beschloss die Kellnerin zur Rede zu stellen. Sehr schnell war der enorme Betrag geklärt, es war das selbstgebraute Klosterbier. Wir hatten die heilige Aura des dort gebrauten Gerstensaft nicht gewürdigt und unreflektiert in unsere Kehlen geschüttet. So blieb nur die Rache über Google+. Schnell weg!

Hradschin und Karlsbrücke am Abend

Gemütliches Abendessen zum Ausklang

Und wieder wankten wir über die Karlsbrücke auf direkten Weg zum Hardrock-Cafe in Prag. Hier konnte sich jeder mit dem notwendigen Mitbringsel für Frau und Kind/er eindecken und die restlichen gemeinsamen Stunden in Prag noch genießen, keiner musste mehr ein schlechtes Gewissen haben. Nach der kulinarischen und finanziellen Enttäuschung bei unserer letzten Einkehr, durften wir bei unserem abschließenden gemeinsamen Abendessen keinen Fehler machen. Wer sich erinnert, am vorigen Tag wurden zwei Restaurants auf Google+ empfohlen, das eine hatten wir bereits getestet, das Andere, was sehr einladend aber voll sich präsentierte, sollte unser heutiges Ziel sein.

Abendessen im Kolkovna Olympia

Der Abend brach herein und die Frühlingssonne ließ die Prager Silhouette langsam in einem orangefarbenen Gewand vor unseren Augen verschwinden. Unser letzter Abend, unsere letzte Nacht, nie wieder werden wir so jung zusammenkommen. Wir waren müde und die letzten Tage und Stunden steckten tief in unseren alten Gebeinen, doch wir wollten noch einmal die Gläser heben und gemeinsam speisen.
Scheiß auf die Romantik unser Ziel war das Restaurant „Kolkovna Olympia“ und wir hatten Glück, es gab einen Tisch für 8 Personen. Wir wurden nicht enttäuscht. Wie ich fand, war es eines der besten Restaurants (virtueller Rundgang), die wir an diesen Tagen in Prag testen durften. Gewürdigt wurde es wieder mit einem Eintrag in Google+. Wir gingen anschließend müde aber glücklich zurück zu unserem Hotel und legten uns alle, ok fast alle, schlafen. Am nächsten Tag fuhren wir direkt nach dem Frühstück mit dem Bahn-Bus wieder nach Haus, wo unsere Frauen und Kinder uns liebevoll in die Arme nahmen und uns in der Heimat wieder „Willkommen“ hießen. Imagine all the people 🙂 !

Bewertung Olympia Restaurant Prag

Es waren drei schöne Tag die wir friedlich und ohne Eskapaden, wie echte Männer eben, miteinander verbringen durften. Wir konnten auch alten Zeiten wieder aufleben lassen, sicher nicht mehr ganz so exzessiv wie früher, man merkt uns das Alter nun doch schon an, aber wir sind im Herzen immer noch jung und zeitweise kindisch, möge uns diese Gabe bis zum Ende erhalten bleiben.

Bis zum nächsten Stammtischausflug 2016.

In diesem Sinne
Emma

Meine letzten Berichte

Hier findet ihr noch weitere Berichte von meinen letzten Reise oder auch meine Highlights aus meiner Heimatstadt Fürth.

Papaya-Salat

Papaya-Salat

In der Kochschule „My Wok And Me“ durfte ich die Zubereitung eines Papaya-Salata lernen. Dieses Rezept habe ich…

Stammtischbrüder im Überblick

Stammtischbrüder im Überblick

Prager Allstars

Bilder von dem Reisebericht Prag.

Gruppenbilder

Alle Bilder mit Schalli

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Alle Bilder mit Harry

Alle Bilder mit Faissti

Griechenland

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Greek 2014 by Christian Kolb on Exposure

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Griechenland Extra by Christian Kolb on Exposure