Koh Phangan

Traumstrände inklusive Paradies

Unsere Ankunft auf Koh Phangan

Am Bahnhof in Surat Thani, ich war noch mit einem Bein im Zug, hatte ich schon das erste Schild direkt vor meinen Augen mit Angeboten für Fähren auf die Inseln Koh Phangan, Koh Samui und Koh Tao. Bevor ich auch nur versuchen konnte das Angebot zu analysieren und zu vergleichen folgte ich schon instinktiv einer jungen Thailänderin, die mich sofort an den Schalter eines kleines Cafes lotste. Kurz den Preis genannt 400THB (ca. 10 €) pro Person, schnell Geld abgehoben, und da hatte ich schon die Tickets in der Hand: Bustransfer zum Hafen, inkl. Fähre nach Koh Phanga mit dem High Speed Katamaran von Lomprayah. Da hatte ich es noch nicht intus aber man kann sich beim Reisen in Thailand wirklich „fallen lassen“, es klappt immer, man kommt immer da an wo man hin will und alle Thailänder passen auf dich auf.

Die Fahrt im klimatisierten Bus war angenehm und nach einer Stunde erreichten wir den Hafen. Es war zwar kein Katamaran aber wie sich dann rausstellte, trotzdem ein Schnellboot. Die Linie Lomprayah scheint wirklich die schnellste und beste Fähre zu sein, man darf nur nicht empfindlich sein bezüglich seiner Koffer oder Rucksäcke. Die werden auf dem Deck verteilt und umher geschmissen. Porzellanfiguren sollte man auf dem Festland kaufen. Meine Familie platzierte sich auf dem Sonnendeck, es war bewölkt. Wir fuhren ca. eine Stunde. Wir hatten bei Ankunft auf Koh Phangan alle einen Sonnenbrand.

Natürlich wurden wir auch hier sofort nach Verlassen des Schiffes von Schleppern begrüßt. Inzwischen hatte ich es aufgegeben zu selektieren. Wir folgten der ersten Schlepperin zum Taxi. Ich wusste unser Ressort war nur 10 Minuten Fahrzeit vom Hafen entfernt, sie nannte den Preis: 200 THB (ca. 5€). Ich dachte dafür hätten wir in Bangkok zu viert, mit Taxometer bis nach Kambodscha fahren können. Als sie meinte pro Person, wollte ich schon die Touristenpolizei holen. Nachdem aber alle anderen Anwesenden bereitwillig zahlten, wollte ich nicht auffallen und zahlte ebenfalls, aber zögerlich (im nachhinein las ich, dass das Taxi auf Koh Phangan sehr teuer sei und eine Fahrt 150THB kostet, allerdings schwankt der Preis bei hoher Nachfrage, also alles gut).
Mit vier weiteren Touristen wurden wir auf einen Pritschenwagen geladen und fuhren, gut festhaltend, ca. 15 Minuten bis zu unserem Ressort. Die Entspannung konnte beginnen.

Unser Ressort – Beyond The Blue Horizon Villa Ressort

Bereits in einem kurzen Beitrag, den ich während unseres Aufenthaltes auf Koh Phanang schrieb, hatte ich angedeutet, dass komische Dinge passierten in unserem Ressort. Was war geschehen? Als wir ankamen begrüßte uns Lisa, eine junge deutsche Hotelmanagerin. Alles schien perfekt: das Ressort, die Villen, das Essen, die Angestellten, wirklich alles. Man organisierte uns Motorroller, Ausflüge, was immer wir uns wünschten. Bereits am zweiten Tag fragte ich, ob wir unseren Aufenthalt verlängern könnten. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass es noch einen schöneren Ort auf dieser Welt geben könnte. Vor allem es gab diesen traumhaften, zwar etwas chlorlastigen, Infinity-Pool, ich wollte nicht mehr weg. Am dritten Tag kam Lisa zu uns und meinte sie könnte uns die beiden Villen, in denen wir wohnten, bis zum Ende unseres Aufenthaltes vermieten. Nicht lange überlegt, wir nahmen das Angebot gerne an und beschlossen im Beyond the Blue Horizon zu bleiben. Am Abend gab es keine Lisa mehr.
Zwei Tage später erfuhren wir, sie wurde von heute auf Morgen entlassen.
Das die Etablierung eines Betriebsrates in einem thailändischen Kleinunternehmen eher schwierig ist und balinesische Angestellte nicht unbedingt auf die Einhaltung von Arbeitsschutzgesetze pochen war zu erwarten, aber so krass? Wer waren die Besitzer, des traumhaften Ressort? So langsam kristallisierte sich heraus, ein Ehepaaar, dass ich für Gäste hielt, hatten das Ressort vor kurzem von einem Engländer gekauft. Sie kleidete sich in einem knappen String, was nett anzusehen war, aber für mich schwierig bei Kontaktaufnahme, wenn es darum geht, dass mein Klo verstopft sei (was es allerdings zum Glück nie war, Klopapier nie in die Toilette werfen). Kurz recherchiert wer die etwas unterernährte Russin war, sie war ein, na wie soll man sagen, ein Model halt, mit eigener Nobelschmuckmarke. Ihr Mann scheint dann noch irgendwie eine Klinik in Russland zu besitzen, na egal, sympathische Gastgeber, wie man es sich wünscht in einem Thailanduralaub. Die beiden hatten es geschafft uns komplett zu ignorieren, obwohl sie den ganzen Tag schlechte Stimmung verbreiteten und ständig im Computer tippten. Einmal wollten sie wissen, welchen Preis ich mit Lisa vereinbarte, ich habe versucht…hihi.

Irgendwann ignorierten wir das seriöse Ehepaar, denn die Angestellten waren wirklich ein Traum. Sie waren aus Bali und sie waren immer für uns da. Vor allem Lek der für mich auf einen Tamarinden-Baum kletterte, in 10m Höhe, nur um mir zu zeigen wie eine frische Tamarinde schmeckt. Am liebsten hätte ich das blöde Ressort gekauft und den Balinesen geschenkt, um sie zu befreien von ihrem völlig versnobten Geschäftsführer Ehepaar. Sollte das Ressort wieder seine Besitzer wechseln, werde ich sofort wieder dort einchecken. Wer die ganzen Ereignisse nicht mit bekommen hat, dem kann ich das Beyond The Blue Horizon Villa Ressort empfehlen, für mich hatte es einen etwas faden Beigeschmack.

Restaurants

Meine Empfehlungen für Koh Phangan

Ausflüge

Unsere schönsten Erlebnisse auf Koh Phangan

Was wir sonst noch erlebten

Motorrad fahren

Motorroller ist, neben dem Pick Up, in Thailand das Hauptverkehrsmittel. Das mit dem Führerschein ist bei uns auch wieder völlig überbewertet. Man kann auch ohne fahren, die Fahrschule ist das nackte Leben. Ich persönlich fühlte mich sehr sicher, meine Familie musste anfangs Lehrgeld zahllen. Ich wußte nie, ob nach der Kurve ein Familienmitglied im Graben liegt. Meine Frau ist einmal bei Balinesen in die Wohnung gefahren, der Sohn hatte Probleme mit dem Linksverkehr, aber es verlief alles glimpflich. Auf alle Fälle machte es riesigen Spaß. Bei der Abgabe ist es immer wieder spannend, ob man seinen Reisepass wieder bekommt und wie viele Kratzer und Dellen auf den Mietpreis angerechnet wird. So werden aus 3€ am Tag schnell auch 10 oder 20.

Die Menschen

Die Thais sind eher schüchterne Menschen, anders wie in Bangkok haben wir keine aufdringliche Einheimischen erlebt, die uns irgendwas verkaufen wollten. In unserer Gegend leben auch sehr viel Farang, die versuchen auf Koh Phangan zu überleben. Aussteiger, Veganer, Yogis, Hippies und viele andere interessante Menschen. Mit ist jeder durchgeknallter Tantrameister lieber als irgendein AFD-Wähler. Umso schwerer fiel es mir diese Insel wieder zu verlassen, da diese Art von Existieren mir lieber ist, als unser konservativer Lebensstil. Ein Lebensstil, der uns illusorisch viel Sicherheit gibt, ob man lebt? Ich sehe immer mehr Scheintote und Dauerbesorgte in unserer westlichen Welt. Koh Phangan ist nicht das Paradies und Babylon, in Form des Kapitalismus, bestimmt auch hier den Alltag. Er erscheint nur naiver und als notwendiges Übel. Trifft man auf einen freundlichen Menschen, trifft man auch eine große Seele. Bei uns gibt es diese Begegnungen kaum noch.

Rote Königin in Alice im Wunderland: „In diesem Land musst du sehr schnell laufen, um auf der selben Stelle zu bleiben!“ Vielleicht kommen wir aus diesem ganzen Quantifizierungswahn erst in dem Moment raus, wo wir begreifen, dass es in unserem Leben letztlich auf das „Sein“ drauf ankommt und nicht darauf zu Erhoffen, dass das „Werden“ ein besseres „Sein“ ist als die Gegenwart. Richard David Precht

Gefahren

Das größte und bekannteste Event auf Koh Phangan ist die regelmäßig statt findende „Full Moon Party“. Ein Techno-Event mit allem was zu einer solchen Party dazugehört, mit Sex, ganz viel Drugs und Techno. Während unseres Aufenthaltes gab es keine Party, Doch überall wird davon berichtet, wenn Horden von junger Menschen auf die Insel kommen und sich die Kante geben. Sie kommen auf die Insel, mieten einen Roller und düsen einmal um die Insel, wobei es meist hier schon die ersten Opfer gibt. Wenn sie dann noch feiern und voll gedröhnt im Dschungel liegen, gibt es meist noch weitere Opfer. Regelmäßig werden nach der Party jungen Menschen in der Blechwanne von der Insel getragen.
Eine weitere Gefahr ist Würfelqualle. Das giftigste Tier auf der Welt, dass inzwischen auch bei Koh Phangan auftaucht. 2014 ist eine Touristin verstorben. Dieser Gefahr kann man auch sehr einfach aus dem Weg gehen, wenn man nicht in der Nacht im Meer schwimmen geht, weil dann geht diese Qualle auf Jagd und wenn einen dann eine Tentakel berührt hilft nur noch Esseig und ein schneller Anruf bei der Quallehatmicherwischtnotrufnummer 1669.

Von Koh Phangan zurück nach Bangkok

Leider geht auch die schönste Zeit irgendwann zu Ende. Am vorletzten Tag entdeckte ich eine kleine Agentur, die Fahrten nach ganz Thailand anbietet. So auch die Fahrt nach Koh Samui, von dort aus buchte ich via Internet bereits unseren Flug nach Bangkok. Er fragte mich, wie ich zum Hafen käme, ich meinte: „Keine Ahnung“. Er meinte er holt mich um 10:00 Uhr mit seinem Tax am Ressort ab, ich bezahlte den angemessenen Preis, er drückte mir einen Zettel in die Hand und weg war das Geld. Wird er uns wirklich um 10:00 Uhr abholen, werden wir mit diesem Zettel ein Ticket nach Koh Samui bekommen und werden wir unseren Flieger pünktlich erreichen? In Thailand: No Problem! Pünktlich um 10:00Uhr holte uns der Fahrer ab, am Hafen gab man uns die gewünschten Tickets, das Schiff fuhr pünktlich los, der Transfer zum Fluhafen, im Preis inklusive, erfolgte problemlos. Das Reisen in Thailand ist traumhaft und entspannt.
Pünktlich am Flughafen genossen wir einen der schönsten „Airports“ auf der Welt. Der Flughafen wirkte mehr wie ein kleines Disneyland. Schicke kleine Promenaden, die Wartehalle war zu allen Seiten offen, riesige Klimaanlagen kühlten die Luft und kleine Essoasen versüßten einen die Wartezeit. Mit einem kleinen Zug fährt man zum Flieger und schon fliegt man in 45 Minuten nach Bangkok. Den Flughafen von Koh Samui muss man unbedingt mal erlebt haben.

Der letzte Tag in Bangkok

Mein letzter Wunsch für meinen Thailand Urlaub war: Schwimmen in einem Infinity Pool über den Dächern von Bangkok. So buchte ich zwei Zimmer im So Sofitel Hotel in Bangkok. Eines der geilsten Hotels in Bangkok und das geilste Hotel, dass ich bisher besuchen konnte. Nachdem wir diesmal mit der Skytrain und der Metro in das Zentrum fuhren, stiegen wir an der Station „Lumphini“ aus und blickten auf unser Hotel für die letzte Nacht in Bangkok. Als wir in der Lobby ankamen, nahm man unsere Rucksäcke entgegen leitete uns in den 9.Stock, wo uns ein im wahrsten Sinne „schräger Vogel“ auf das freundlichste begrüßte, als entstammten wir in direkter Linie vom englischen Königshauses. Meine Frau war die „Queen“, die Kinder die Prinzen und ich Generalfeldmarschall. Wir bekamen ein purpurnes Magic Getränk. Dan erklärte man uns, es gab irgendein Problem. Sie haben keine zwei Zimmer mehr, dafür bekommen wir eine Suite im 27 Stock und durften im Club alles kostenlos genießen. Man führte uns in den 27.Stock öffnete die Tür zum Zimmer und … Staunen, Bezauberung, Wahnsinn mit fehlten die Wörter für diese Traumsuite über den Dächern von Bangkok. In diesem Zimmer fehlte nichts, was einem das Reisen angenehm macht. Der pure Luxus. Eigentlich wollten wir diese Zimmer nie wieder verlassen aber ich wollte ja noch in meinem Pool im 10 Stock. Also gingen wir auf die Suche. Es dauerte etwas bis wir das Aufzugsystem verstanden hatten doch wir schafften es in das entsprechende Stockwerk und betraten der Poolbereich. Ich kann es nicht beschreiben, schaut euch den Film an.

Glücklich planten wir das Abendessen. Im Hotel gibt es mehrere Restaurants in verschiedenen Stockwerken. Wir wählten das mit Casual Dresscode. Es gab dort mehrere Buffets und Kochstellen mit Köstlichkeiten aus aller Welt von Sushi bis Pizza, ein kulinarisches Schlaraffenland. Zurück im Zimmer rochen wir an der Jasminblüte, die man in unserer Abwesenheit auf unser Kopfkissen legte. Mit dem Blick auf die Skyscraper von Bangkok schliefen wir nach diesem unvergesslichen Erlebnis ein.
Am Morgen mussten wir leider wieder unsere Rucksäcke packen. Unser Flug startete erst am Abend. So wollten wir nach dem Frühstück, wie geplant, noch ins Siam Center zum Shoppen. Das Frühstück, schaut auch die Bilder an, ein Potpourri an Leckereien das alles für 99€, wie wir danach fest stellten. Wir verstauten noch unsere Rucksäcke und starteten unsere Shopping Tour. Nachdem wir durch den Lumphini Park gelaufen waren, meckerten die Mitreisenden. Wir schwitzen, besser wir lösten uns auf, bis man mich überredete doch ein Tuk Tuk zu nehmen, für 2000 Meter. Ja, so verbrachten wir den letzten Tag in Thailand in einem Shopping Paradies und nicht in einem Tempel. Ich kaufte eine kleine Bob Marley Tasche und ein Ganesha T-Shirt für 12€. Der Rest der Familie ließ es richtig krachen, Designer-Klamotten und Parfümerie. Zum Glück hat Materielles für mich keine Bedeutung mehr.

In der Rush Hour fuhren wird letztendlich mit den Rucksäcken in den öffentlichen Verkehrsmitteln, ein Wahnsinn den meine Kinder zur Weißglut brachte. Sie haben es überlebt. Mit Wehmut warteten wir am Flughafen auf unseren Rückflug. Leider musste man auch jene Thailand-Reisende treffen, die man nicht sehen will. Eklige Männer mittleren bis höheren Alters, die schamlos die Armut der thailändischen Menschen ausnutzen für ihre niederen Beweggründe. Mögen sie Frieden finden nachdem sie für ihre Vergehen durch die Hölle gegangen sind (Insider).

Thailand ist ein besonders Land.

Wer nachsinnend, geläuterten Geistes, in Atman sich versenkt, Unaussprechlich durch Worte ist seines Herzens Seligkeit. Aus Siddharta von Hermann Hesse. Siehe auch Atman von Bernd Kolb

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